Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland



 

Notizen: Wikipedia 2016:
Altlußheim (kurpfälzisch: Altlosse) ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Rhein-Neckar-Kreis.
Geschichte:
Im Verlauf vieler Jahrhunderte hat sich der Dorfname öfters geändert. So ist von Lossa, Locze, Loszem, Lossem, Lozsheim, Lohsheim, Lussem, Luzheim und später Lußheim zu lesen.
Lußheim war ursprünglich eine vorgeschichtliche Fischersiedlung an der Römerstraße. Die Bewohner lebten vom Fischfang aus den Gewässern der vielen Rheinschlingen. Im Dorf selbst, an der höchsten Stelle, stand damals ein heidnischer Tempel. Später wurde an dessen Stelle eine Kirche gebaut.
Im Jahre 496/97 griffen die Franken die im hiesigen Raum herrschenden Alemannen an und drängten sie bis zur Murg zurück. Lußheim ist unzweifelhaft auf eine fränkische Niederlassung zurückzuführen. Die Namensendung -heim ist hierzu ebenso ein Hinweis wie die auch heute noch im Ort vorhandenen rein fränkische Gehöfte wie z. B. das Anwesen Rheinhäuser Straße 8 und das Anwesen Hauptstraße 74. Auch die gefundenen Reihengräber sprechen ebenfalls für den rheinfränkischen Ursprung. Räumlich gesehen liegt Altlußheim mitten in Rheinfranken, einem Teilgebiet der mittelalterlichen Großregion Franken. Staatsrechtlich gehörte das damalige Loszem zum Herzogtum Rheinfranken. Die urkundliche Ersterwähnung Lußheims im Jahre 946 erfolgte als Luzheim in einer Urkunde, in der der Ort vom rheinfränkischen Herzog Konrad an Bischof Reginald I. von Speyer geschenkt wurde. Bischof Günther schenkte Lußheim 1148 dem neugegründeten Zisterzienserkloster Maulbronn. Das Kloster Maulbronn übte alle Rechte über Schultheiß, Bürger und Leibeigene aus und erhielt aus Pfarreinkünften und Ortserträgnissen den großen Zehnten. Die Schirmherrschaft über den Ort beanspruchte 1156 Kaiser Barbarossa, die vermutlich während des Interregnums wieder an das Hochstift Speyer überging.
Im 14. Jahrhundert kam das Kloster unter pfälzische Hoheit. Durch große Gegensätze, die zwischen Pfalzgraf Friedrich und Herzog Ulrich von Württemberg bestanden, mussten die Bewohner von Lußheim sehr leiden. Als es zum offenen Krieg beider Fürsten kam, wurde das Dorf völlig zerstört. Lußheim war den jahrelangen Reibereien zwischen den Schutzherren und den Bischöfen von Speyer ausgesetzt. Erst nach dem Jahre 1504 traten wieder normale Zeiten in der Gegend ein, als der Herzog von Württemberg die Pfälzer vernichtend geschlagen hatte. Das Kloster Maulbronn fiel an Württemberg, das die Ortsrechte in Lußheim in der Folge übernahm.
Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde Lußheim zerstört. 1692 zählte das Dorf noch 18 Bürger, 13 Witwen, 28 Waisen. Zwei Drittel der Einwohner und der Schultheiß Johann Konrad Zeitern wurden von feindlichen Soldaten ermordet. Kirche, Pfarrhaus, Rathaus und die meisten Häuser und Scheunen waren verbrannt.
In dieser Zeit war ein großer Teil der Bevölkerung noch Leibeigene des Klosters Maulbronn. Dieser Zustand dauerte bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts an. Zur Zeit des Speyerer Dombaus 1774 musste die Ziegelei Altlußheim 200.000 Backsteine graben, brennen und liefern.
Schon in früher Zeit wurde auf der Altlußheimer Flur Tabak angebaut. Auch begann man in diesen Jahren mit der Rodung der dichtbewaldeten Gemarkung, auf deren Fläche auch Neulußheim entstanden ist. Die Größe der vorhandenen Huben wurde verkleinert, nachdem diese im Jahre 1550 güterrechtlich eingetragen wurden.
Als 1804 bis 1822 der Rheindamm bis Speyer gebaut und die Grün-Entwässerung durchgeführt wurde, konnte viel Land der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden und es entstanden hier viele große Bauernhöfe. Auf dem Rheindamm wurde gleichzeitig die neue Landstraße Heilbronn–Speyer angelegt. Mit dem Aufleben der Industrie entwickelte sich auch hier der Arbeiterstand und brachte für manche Familien bessere Lebensbedingungen. Auch das Handwerk fand allmählich festen Boden.
Im Jahre 1803, nachdem die Gemarkung Neulußheim abgetrennt war, hatte die Gemarkung Altlußheim eine Größe von 2133 Morgen; 903 Morgen Acker (etwa drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche, ein Viertel waren Wiesen), Gemeindewald 205 Morgen, Rheinwald 100 Morgen und 925 Morgen privater Hubwald. Durch den Tausch- und Epurationsvertrag von 1806 wurden Alt- und Neulußheim dem Großherzogtum Baden zugesprochen. 1821 wurde die Siedlung Neulußheim selbständig. Um Verwechslungen zu vermeiden, benannte sich der alte Ort Lußheim in Altlußheim um.
Politisch waren vor dem Ersten Weltkrieg die Nationalliberalen am stärksten, ehe sie 1903 von den Sozialdemokraten überflügelt wurden. Während der Weimarer Republik hatten die linken Parteien bis 1930 regelmäßig eine Zweidrittelmehrheit. 1933 erhielt die NSDAP 43,8 Prozent der Stimmen. Nachdem die Gemeinde bis dahin dem Amt Schwetzingen angehört hatte, wurde sie 1924 dem Amtsbezirk Mannheim, dem späteren Landkreis Mannheim, angegliedert.
Die ursprüngliche Fischersiedlung Lußheim war mit ihrem Fährbetrieb über den Rhein bedeutsam und hatte auch das Recht, den Fährmann, seinerzeit Fergenmeister genannt, für Lußheim und auch Ketsch zu stellen. Der Rheinübergang bzw. dieser Fährbetrieb hatte in jener Zeit doch schon eine wirtschaftliche Bedeutung für die Menschen in Altlußheim. Im Jahre 1840 war eine Schiffsbrücke errichtet worden, die 1938 einer festen Eisenbahn- und Straßenbrücke Platz machte. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke 1945 gesprengt. 1955 entstand dann an gleicher Stelle die heutige Salierbrücke als reine Straßenbrücke nach Speyer und in den 1970er Jahren nördlich der Domstadt eine Pylonenbrücke für die Bundesautobahn 61.
Im Zuge der baden-württembergischen Kreisreform wurde 1973 der Landkreis Mannheim aufgelöst und die Gemeinde Altlußheim dem neugebildeten Rhein-Neckar-Kreis angegliedert.

Geographische Breite: 49.2984042, Geographische Länge: 8.5029595


Geburt

Treffer 1 bis 5 von 5

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Baumeister, Otilia  13 Jul 1619Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175301
2 Ochs, Johann Marcus  7 Dez 1645Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175295
3 Ochs, Maria Elisabeth  26 Aug 1676Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175296
4 Schwechheimer, Eva Maria  8 Jun 1643Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175294
5 Schwechheimer, Johann Georg  17 Nov 1613Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175300

Gestorben

Treffer 1 bis 6 von 6

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Benz, Georg Heinrich  17 Feb 1827Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I155208
2 Brauch, Johann Thomas  6 Jan 1741Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175293
3 Fuchs, Elisabeth Johanna  10 Nov 1818Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I178700
4 Ochs, Johann Marcus  17 Sep 1690Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175295
5 Schwechheimer, Eva Maria  8 Nov 1735Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175294
6 Schwechheimer, Johann Georg  4 Mai 1685Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175300

Beruf

Treffer 1 bis 2 von 2

   Nachname, Taufnamen    Beruf    Personen-Kennung 
1 Brauch, Johann Thomas  Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175293
2 Schwechheimer, Johann Georg  Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I175300

Verheiratet

Treffer 1 bis 4 von 4

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Benz / Zimpelmann  14 Sep 1779Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland F50949
2 Brauch / Schwechheimer  14 Jun 1691Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland F57996
3 Engelhorn / Ochs  6 Mrz 1696Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland F57998
4 Schwechheimer / Baumeister  25 Jun 1642Altlußheim, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland F58000