Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2020:
Bad Cannstatt, bis 23. Juli 1933 Cannstatt, früher offiziell auch Kannstadt (um 1900), Canstatt oder Cannstadt genannt, ist der einwohnerstärkste und älteste Stadtbezirk der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Bad Cannstatt liegt beiderseits des Neckars und wurde bereits in der Römerzeit gegründet.
Geschichte:
Bereits in der letzten Eiszeit wurde die Gegend um den Seelberg von Mammutjägern als Lagerstätte genutzt, wie Funde im Travertinsteinbruch an der heutigen Seelbergstraße ergaben. Der Steinbruch wurde bereits im 18. Jahrhundert ausgebeutet. Heute befindet sich dort ein modernes Einkaufszentrum. In vorrömischer Zeit gab es auf dem Hallschlag auf dem Gelände der Reiterkaserne eine keltische Siedlung, deren Name nicht überliefert ist.
In römischer Zeit war Cannstatt eine bedeutende Stadt, vermutlich sogar der Hauptort einer Civitas. Die Gegend kam um das Jahr 90 unter römische Herrschaft. Wurde früher das Jahr 85 n. Chr. als Gründungszeitpunkt vermutet, so gibt es in der neueren Literatur seit den 1990er Jahren Ansätze, eher das Jahr 98 n. Chr. als Beginn der römischen Präsenz in diesem Raum anzunehmen. Die Diskussion ist aber noch nicht abgeschlossen.
In Cannstatt errichteten die Römer auf der Altenburg im Cannstatter Stadtteil Hallschlag ein Reiterkastell (Alenkastell, vgl. Ala). Hier lag mit der Ala I Scubulorum eine der stärksten römischen Militäreinheiten zwischen den römischen Legionslagern Mainz und Augsburg. Das Kastell bestand bis zur Vorverlegung des Neckar-Odenwald-Limes um rund 30 Kilometer nach Osten, wahrscheinlich im Jahre 159 n. Chr. Auch als Zivilsiedlung war das römische Cannstatt sehr bedeutend. Streufunde belegen eine Größe von mindestens 19 Hektar. Damit war Cannstatt eine der größten römischen Städte im heutigen Baden-Württemberg nach Ladenburg und Rottenburg, etwa gleichauf mit Wimpfen, Rottweil und Heidenheim an der Brenz. Allerdings sind römische Großbauten (Wasserleitungen, Thermen, Theater, Stadtmauer, Forumsbauten o. ä.) bis heute nicht nachgewiesen. Zu dem Dorf gehörte eine größere zivile Ziegelei, die neben Töpferwaren auch anspruchsvolle Baukeramik produzierte. Das Ende des römischen Cannstatt kam mit dem großen Alemanneneinfall von 259/260 n. Chr. Der lateinische Name der Stadt ist unbekannt.
In den Metzer Annalen des frühen 9. Jahrhunderts wird Cannstatt im Zusammenhang mit den Ereignissen von 746 (s. u.) „condistat“ geschrieben. Für diesen Namen gibt es kaum eine plausible germanische, aber naheliegende lateinische Etymologien (vgl. lat. „condita“ = die Gegründete). Von daher stammt die Hypothese, der lateinische Name der Stadt könne mit Condi- begonnen haben. Der Archäologe C. S. Sommer wiederum identifiziert Cannstatt mit der „Civitas Aurelia G“, die in einer bei Öhringen gefundenen römischen Inschrift erwähnt wird. Auch eine keltische Herkunft wird vorgeschlagen: der Name soll sich aus *Kondati- (keltisch: „Zusammenfluss“) zu alemannisch *Chandez entwickelt haben, das später verdeutlichend um stat ergänzt wurde. Gestützt wird diese These durch weitere, mutmaßlich keltische Ortsbezeichnungen in der näheren Umgebung (ehemalige Vorstadt +Brey, Prag-Sattel und Burg Wirtemberg). Siehe Aufsatz A. Greule (Literatur).
Aus der Völkerwanderungszeit fehlen Nachrichten über Cannstatt. Man kann aber davon ausgehen, dass an dem günstig gelegenen Platz kontinuierlich eine städtische Siedlung bestand. Dafür sprechen auch die sehr frühen Erwähnungen des 8. Jahrhunderts.
Cannstatt wurde im Jahre 700 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen erstmals urkundlich erwähnt. 708 wurde die Siedlung erstmals als „Canstat ad Neccarum“ bezeichnet. Das sogenannte Blutgericht zu Cannstatt im Jahr 746, bei dem Karl Martells Sohn Karlmann fast die ganze Führungsschicht der Alamannen tötete, bedeutete das Ende von Theudebalds Macht. Gleichzeitig hatten die karolingischen Hausmeier endgültig über die Alamannen gesiegt. Die Stadt wurde 1330 durch Kaiser Ludwig IV. (der Bayer) erhoben. Im 15. Jahrhundert versuchten die Grafen von Württemberg, den Neckar bis Cannstatt schiffbar zu machen. Allerdings scheiterte das Vorhaben am hartnäckigen Widerstand der damaligen Reichsstadt Heilbronn. Zwar kam 1557 mit Hilfe Kaiser Karl V. ein Vergleich zustande, aber die Schiffbarmachung des Neckars zwischen Cannstatt und Heilbronn wurde erst 1713 abgeschlossen. Gleichzeitig wurde der erste Cannstatter Hafen am Mühlgrün durch Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg eingeweiht.
Die Oberamtsstadt Cannstatt blühte im 18. und insbesondere auch im 19. Jahrhundert zu Zeiten des Königreichs Württemberg als Kur- und Erholungsort für viele prominente und gutsituierte Gäste auf, unter ihnen beispielsweise Honore de Balzac. Am 22. Oktober 1845 fuhr der erste Zug der neuen württembergischen Eisenbahn vom Cannstatter Bahnhof nach Untertürkheim.
1862 gründete Charles Terrot zusammen mit dem Kaufmann Wilhelm Stücklen in Cannstatt die Firma „Stücklen u. Terrot“ zur Herstellung von Textilmaschinen, die ab 1878 unter „C. Terrot“ firmierte. 2008 begann man mit dem Abriss der Terrot-Werke; die Firma ist nach Chemnitz umgezogen. Der „Reitwagen“ von Gottlieb Daimler fuhr 1885 als erstes Motorrad der Welt durch Cannstatt. 1876 wurde eine neue Synagoge für die in den folgenden Jahren bis zu 500 Personen umfassenden jüdischen Gemeinde in Cannstatt erbaut. In der Zeit trugen jüdische Unternehmer wesentlich zur Industrialisierung der Stadt bei. So wurden u. a. seit 1863 die Bettfedernfabrik Straus & Cie. sowie 1882 die Korsettenfabrik Sigmund Lindauer u. Cie. gegründet, ein weltweit führendes Unternehmen der Korsettindustrie – bereits 1865 gegründet als H. Guttman & Co. – wurde ab 1938 unter Wilhelm Meyer-Ilschen weitergeführt. Am 10. November 1938 wurde die Synagoge durch die Feuerwehr unter SA-Regie niedergebrannt. Seit 1961 erinnert ein von Herbert Gebauer geschaffener Gedenkstein an dieses Geschehen. 1952 wurde auf dem israelitischen Teil des neuen „Zentralfriedhofs“ ein Stein aus dem Lager Föhrenwald als Gedenkstein für die Opfer der Konzentrationslager aufgestellt.
Am 10. November 1885 fuhr Paul Daimler mit dem ersten „Reitwagen“ seines Vaters mit eingebauter „Standuhr“ von Cannstatt nach Untertürkheim. Ein Jahr später befuhr Gottlieb Daimler mit seinem vierrädrigen Motorfahrzeug die Straßen in Cannstatt. 1887 ließ er die erste motorisierte Straßenbahn der Welt zwischen Kursaal und Wilhelmsplatz verkehren. Am 10. August 1888 erhebt sich zum ersten Mal Daimlers motorisiertes Luftschiff vom Cannstatter Seelberg bis nach Kornwestheim. Der Pilot war ein Mechaniker von Gotthilf Wirsum aus Dresden. Die Cannstatter Firma ASTO, (Erste Württembergische Locomobilfabrik Assmann & Stockder GmbH) stellte ab 1901 unter anderem Dampf-Lokomobile für die Landwirtschaft her. Bad Cannstatt war im 19. und 20. Jahrhundert bedeutender Standort auch für weitere Maschinenbau-Unternehmen, wie die Friedrich Hesser, Maschinenfabrik, Hildt & Metzger oder auch die Fortuna-Werke.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 48.8055730, Geographische Länge: 9.2145681


Geburt

Treffer 1 bis 14 von 14

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Heimgärtner, Rudi  6 Apr 1930Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I189659
2 Koch, Johann David  5 Dez 1697Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I216992
3 Mund, Albertus  20 Dez 1582Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94108
4 Mund, Catharina  19 Aug 1592Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94099
5 Mund, Georgius  10 Jun 1595Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94111
6 Mund, Jerg  2 Aug 1598Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94113
7 Mund, Johannes  4 Nov 1581Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94107
8 Mund, Katharina  23 Apr 1585Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94109
9 Mund, Margaretha  4 Dez 1589Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94110
10 Mund, Philipp  24 Apr 1597Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94112
11 Rieger, Barbara  um 1644Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I222930
12 Schnurrer, Agatha  2 Sep 1558Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94105
13 Schnurrer, Margaretha  geschätzt 1560Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94102
14 Wolff, Margaretha  1600Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I217506

Gestorben

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Mund, Hans  16 Sep 1618Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland I94101

Verheiratet

Treffer 1 bis 2 von 2

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Erb / Oehler  24 Aug 1874Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland F76058
2 Mund / Schnurrer  22 Sep 1579Bad Cannstatt, Kreis Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland F29132