Bad Muskau, Kreis Görlitz, Sachsen, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2022:
Bad Muskau, bis 1961 Muskau, ist eine sächsische Landstadt (Landkreis Görlitz) in der Oberlausitz. Die Stadt grenzt an Polen und an das Land Brandenburg. Sie liegt in der auf deutschem und polnischem Staatsgebiet liegenden UNESCO-Welterbestätte Muskauer Park/Park Mu?akowski – eine der wenigen staatenübergreifenden UNESCO-Welterbestätten – an der Lausitzer Neiße und gehört zum sorbischen Siedlungsgebiet. Weltbekannt ist Bad Muskau durch den vom Landschaftsarchitekten Fürst Hermann von Pückler-Muskau angelegten und später nach ihm benannten Fürst-Pückler-Park – eine einzigartige Parkanlage im Stil englischer Landschaftsgärten. Schon bald nach der politischen Wende im Osten Deutschlands wurde der Fürst-Pückler-Park und ebenso das Schloss des Fürsten sowie zahlreiche andere Bauten im Park umfassend saniert und restauriert. Bad Muskau selbst, ist heute ein staatlich anerkanntes Moorheilbad.
Geschichte:
Muzakow (aus dem Sorbischen, etwa „Männerstadt“) wurde an der Stelle einer slawischen Fluchtburg als günstig an der Neiße gelegener Handels- und Manufakturplatz im 13. Jahrhundert im Zuge der hochmittelalterlichem Ostsiedlung neu gegründet. Erstmals wurde es 1249 urkundlich erwähnt. Eine weitere interessante Erwähnung findet sich wahrscheinlich in der Urkunde des Jahres 1268, welche die von Markgraf Otto IV. von Brandenburg 1268 vorgenommene Teilung der Oberlausitz in die Länder Bautzen (Budissin) und Görlitz regelte. Laut dieser in lateinischer Sprache verfassten Urkunde verlief die Grenze zwischen beiden Gebieten vom Fluss Spree aus entlang einer „Musatenstic“ genannten Straße bis zum Ort Gablenz und von da weiter zur Neiße; gemeint war vermutlich Muscatensis, d. h. Muskau war damals offenbar bereits bedeutend genug, um eine von Bautzen hierher verlaufende Straße nach diesem Ort zu benennen. Das Stadtrecht wurde dem Ort aber erst im Jahr 1452 durch Wenzel von Bieberstein (1421–1465) verliehen, dieser kaufte 1447 die Herrschaft Muskau. Bis 1551 blieb die Stadt im Besitz derer von Bieberstein, deren rotes fünfendiges Hirschhorn der Wilde Mann im Stadtwappen trägt.
Einen sehr stark zurückgegangenen Teil der Bevölkerung stellen bis heute die Sorben. In und um Muskau wurde der Muskauer Dialekt gesprochen. Heute ist das Sorbische – theoretisch, jedoch nicht faktisch – zweite Amtssprache.
Die Standesherrschaft Muskau war die größte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und gehörte bis 1815 zum Markgraftum Oberlausitz des Kurfürstentums Sachsen. Im Jahr 1815 kamen der nördliche und der östliche Teil der Oberlausitz als Ergebnis des Wiener Kongresses, der die politische Ordnung Europas nach den Koalitionskriegen (1792–1815) neu regelte, zu Preußen und trugen fortan die amtliche Bezeichnung „Preußische Oberlausitz“. Verwaltungsmäßig wurde dieses Gebiet in die Provinz Schlesien und später in die bis 1945 bestehende Provinz Niederschlesien integriert.
Standesherren waren seit dem Dreißigjährigen Krieg bis 1798 die Reichsgrafen Callenberg, dann die Grafen Pückler. Fürst Hermann von Pückler-Muskau verkaufte die Standesherrschaft 1845 an die Grafen von Hatzfeld-Weissweiler, von Hatzfeld-Schönstein und von Nostitz. Von diesen gelangte sie im Jahre 1846 in den Besitz des Prinzen Wilhelm Friedrich Karl von Oranien-Nassau und danach bis 1945 an die Grafen Arnim.
Im sogenannten „Zornfeuer“ von 1766 brannte die Stadt vollständig nieder; verschont blieben nur die Stadtkirche und das Schloss auf dem Burglehn. Während des Rückzugs der napoleonischen Armee aus Russland 1813 brachten württembergische Kürassiere eine Flecktyphusepidemie nach Muskau, durch die etwa ein Fünftel der Bevölkerung starb. Die Einwohner lebten (mit wenigen Ausnahmen) im Stande der Erbuntertänigkeit, die erst nach 1815 unter preußischer Herrschaft beendet wurde. Die sorbischen Bauern der umliegenden Dörfer waren überwiegend Lassiten.
Aufgrund reicher Tonvorkommen entwickelte sich in Muskau ein starkes Töpferhandwerk, in dessen Blütezeit vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu 20 Meister produzierten, die wegen Brandgefahr in der Südvorstadt, der Schmelze (heute Schmelzstraße) siedelten und ihre berühmten Steinzeuggefäße in weit entfernten Marktorten (z. B. Wien) verkauften.
Die erste urkundliche Erwähnung für den Alaunabbau bei der Stadt Muskau stammt aus dem Jahre 1573. Die Alaunhütte, angelegt auf dem Gelände des heutigen Badeparks, zählte einst neben den Hütten in Reichenbach, Schwemsal und Freienwalde zu den ältesten Sachsens. Der Abbau wurde 1864 eingestellt.
Im 19. Jahrhundert wurde im Gebiet zwischen Muskau und Weißwasser Braunkohle abgebaut.
1815 begann Graf (später Fürst) von Pückler, einen Landschaftspark anzulegen. Um ihn vergrößern zu können, setzte Pückler den Ort Köbeln nach 1816 vom rechten auf das linke Neißeufer um, nachdem dieser – während der Kriegshandlungen abgebrannt – erst um 1814 als „Musterdorf“ nach Plänen seines „General-Inspectors“ Leopold Schefer gänzlich neu angelegt worden war. Auf Leopold Schefers Engagement geht auch die Errichtung der Glashütte bei Jämlitz als einer der ältesten vorindustriellen Hütten der Lausitz zurück.
Trotz kriegsbedingt verhängtem Eingemeindungsstopp konnte die Stadt die Nachbargemeinde Berg und etwa zwei Drittel der Gemeinde Lugknitz zum 1. April 1940 eingemeinden. Im Februar 1945 verließ Gräfin Alexandra von Arnim Muskau mit einem Treck Richtung Bendeleben in Thüringen, im April folgte Graf Hermann von Arnim. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt durch Artilleriebeschuss der über die Neiße drängenden Sowjetarmee und der 2. Polnischen Armee stark zerstört. Im Herbst 1945 fielen das Schloss und große Teile der Stadt einem Brand zum Opfer. An die Kämpfe zum Ende des Krieges erinnert ein sowjetisches Ehrenmal. Im Juli 1945 erhielt Graf von Arnim die Mitteilung, dass „die Standesherrschaft mit allen Betrieben entschädigungslos enteignet“ sei. Muskau wurde mit Ausnahme der Stadtkirche, der wendischen St.-Andreas-Kirche und des Rathauses weitgehend wieder aufgebaut. Die Stadtkirche wurde im April 1959 gesprengt.
Infolge der Grenzziehung entlang der Oder-Neiße-Linie wurde aus den östlich der Neiße liegenden Stadtteilen die Gemeinde ??knica (Lugknitz) erneut gebildet, zu deren ehemaligen Fluren noch Teile von Muskau, insbesondere der größte Teil des Pückler-Parks hinzu kamen, während die links der Neiße gelegenen Lugknitzer Fluren bei Muskau verblieben.
Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Köbeln eingegliedert.
In preußischer Zeit gehörte Bad Muskau zum Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) im schlesischen Regierungsbezirk Liegnitz, ab Oktober 1945 zum Landkreis Weißwasser. Am 16. Januar 1947 kam die Gemeinde zum Landkreis Weißwasser-Görlitz, der im folgenden Jahr in Landkreis Niesky umbenannt wurde. Am 25. Juli 1952 wurde Bad Muskau dem Kreis Weißwasser im Bezirk Cottbus eingegliedert. Mit einem Entscheid von 1990 wurden das Kreisgebiet und damit Bad Muskau dem wiedergebildeten Freistaat Sachsen zugeordnet.
Bad Muskau besitzt eine Sole-Quelle und eine einzigartige Vitriol-Quelle. Mit dem Bau eines Kurheims wurde 1961 der Stadt Muskau die Zusatzbezeichnung „Bad“ verliehen.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 51.5477808, Geographische Länge: 14.7215939


Geburt

Treffer 1 bis 2 von 2

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Kunstmann, Friedrich Wilhelm  3 Nov 1827Bad Muskau, Kreis Görlitz, Sachsen, Deutschland I256645
2 Kunstmann, Theodor Robert  2 Mai 1865Bad Muskau, Kreis Görlitz, Sachsen, Deutschland I256639

Gestorben

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Petzold, Emilie Christiane  25 Jun 1906Bad Muskau, Kreis Görlitz, Sachsen, Deutschland I256646