Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2018:
Großsachsen ist einer der beiden Teilorte der Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße im Norden des Rhein-Neckar-Kreises im Nordwesten Baden-Württembergs.
Die heutige Gemeinde Hirschberg entstand am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung der beiden bis dahin selbständigen nordbadischen Gemeinden Großsachsen und Leutershausen an der Bergstraße. Beide Orte gehörten jahrhundertelang zur Kurpfalz.
Geschichte:
Der Name Sachsenheim leitet sich wahrscheinlich von Sahst oder Sachso ab, wobei nicht geklärt ist, ob damit ein Personenname oder ein Volksstamm gemeint ist. Über Großsachsenheim wandelte sich der Ortsname zu Großsachsen.
Die ältesten Funde aus Großsachsen stammen aus der La-Tene-Zeit (etwa 500 v. Chr.), als das Gebiet von den Kelten bewohnt war. Unter römischer Herrschaft führte eine wichtige Heer- und Handelsstraße von Heidelberg über Lopodunum (Ladenburg), Hauptort der Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium und Garnisonsort, und über das Gebiet von Großsachsen hinweg zum Main und Taunus. Am Apfelbach bewirtschafteten die Römer ein Landgut (villa rustica), dessen Überreste 1984–1987 vom Landesdenkmalamt freigelegt wurden. Das Badehaus musste abgetragen werden, der Grundriss des mehrräumigen Hauptgebäudes mit einem vorgelagerten Zierteich wurde konserviert und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Zusätzlich wurden viele Münzen, Haarnadeln, Spielsteine und Würfel, ein verzierter Messergriff und ein Edelstein-Ring gefunden.
Später siedelten hier im Zuge der Völkerwanderungen auch Alemannen und Franken. Im Norden Großsachsens wurden Reihengräber aus der Merowingerzeit gefunden. Im Jahr 779 wurde ein Sahsenheim im Lorscher Codex erstmals erwähnt, womit die drei Orte Lützelsachsen, Hohensachsen und Großsachsen gemeint waren. Die Endung -heim deutet auf eine Gründung während der fränkischen Landnahme hin. Eine genaue Unterscheidung der drei Sachsenorte fand in den Urkunden auch in der Folgezeit zunächst nicht statt. Erst 1130 wurden sie erstmals in Sahsenheim minor (Lützelsachsen), Sahsenheim superior (Hohensachsen) und Sahsenheim major (Großsachsen) unterschieden.
Im 10. Jahrhundert war Leutershausen Sitz der Lorscher Verwaltung über Leutershausen, Lützelsachsen, Hohensachsen, Großsachsen und Hege. Die Lorscher Herrschaftsrechte gingen Ende des 12. Jahrhunderts als pfälzisches Lehen an Markward von Annweiler. Die Lehenshoheit wurde von Kaiser Heinrich VI. beansprucht, fiel aber nach dessen Tod zurück an die Pfalzgrafen. Nach dem Aussterben der Lehensträger im 13. Jahrhundert unterstand Großsachsen unmittelbar der Kurpfalz.
Ab 1369 ist Großsachsen als Sitz des kurpfälzischen Gerichtsbezirks Äpfelbacher Zent, zu der auch Leutershausen gehörte, bezeugt, der allerdings nach 1475 nach Schriesheim verlegt wurde und somit zum Schriesheimer Zent wurde. 1409 wurde Großsachsen Kurpfälzer Zollstation, eine der ertragreichsten Landzollstationen im Oberamt Heidelberg.
Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Großsachsen verwüstet. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss fiel Großsachsen 1803 zusammen mit dem gesamten rechtsrheinischen Teil der Kurpfalz in den Machtbereich des Großherzogtums Baden und wurde dort dem Amt Weinheim angegliedert. 1849 fand während der Revolution bei Großsachsen ein Gefecht der Aufständischen mit preußischen Truppen statt.
Politisch waren seit 1871 die Liberalen die stärkste Strömung. Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung 1919 hatte die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) (35,6 %) immer noch vor der SPD (31 %) die größten Stimmanteile, gefolgt von der nationalkonservativen DNVP (BP/DNVP, 19,9 %) und der katholischen Zentrumspartei (13,4 %). Während der Weimarer Republik dominierte in Großsachsen die Deutschnationale Volkspartei. Kurz vor Beginn der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland bei der Reichstagswahl Juli 1932 wurde in Großsachsen die NSDAP zur mit Abstand stärksten Partei gewählt (47,6 %), gefolgt von der SPD (18,3 %), dem Zentrum (12,7 %) und der KPD (7,9 %).
Das Amt Weinheim, zu dem Großsachsen (wie Leutershausen) gehörte, wurde 1936 aufgelöst und dem Bezirksamt Mannheim angeschlossen. Mit der Kreisreform 1973 erfolgte die Eingliederung in den neugebildeten Rhein-Neckar-Kreis. Am 1. Januar 1975 schlossen sich Großsachsen und Leutershausen im Rahmen der baden-württembergischen Gebietsreform zur neuen Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße zusammen.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 49.5128710, Geographische Länge: 8.6598015


Geburt

Treffer 1 bis 4 von 4

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Dörsam, Johann Jacob  31 Jan 1768Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200948
2 Merkel, Georg Petrus  17 Okt 1780Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200953
3 Müller, Eva Katharina  14 Okt 1758Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200955
4 Müller, Johann Peter  1734Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200956

Gestorben

Treffer 1 bis 7 von 7

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Becker, Elisabetha  13 Mai 1783Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200951
2 Dörsam, Johann Georg  25 Jun 1771Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200950
3 Kogler, Johann Peter  25 Mrz 1755Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I216990
4 Merkel, Georg Conrad  Datum unbekanntGroßsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200954
5 Müller, Eva Katharina  16 Nov 1839Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200955
6 Müller, Johann Peter  23 Dez 1775Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I200956
7 Münch, Anna Dorothea  27 Mai 1831Großsachsen, Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I178423