Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2020:
Heimerdingen ist ein Stadtteil von Ditzingen. Der Ort liegt westlich von Stuttgart in Baden-Württemberg und gehört in der Region Stuttgart zum Landkreis Ludwigsburg.
Geschichte:
Erste Siedlungshinweise auf der Heimerdinger Markung stammen aus der Jungsteinzeit. Reste eines hallstattzeitlichen Grabhügels wurden an der Markungsgrenze nach Hemmingen gefunden. Die archäologischen Befunde bis zur Römerzeit sind eher spärlich. Aus der Zeit der römischen Besiedelung sind zwei bedeutende Fundstellen nachgewiesen: Im „Ritterwald“ östlich der Landstraße nach Rutesheim, befinden sich die Ruinen mehrerer römischer Gebäude, genannt das „Kirchhöfle“, weiter westlich Reste eines römischen Gutshofes (Villa rustica) mit einer Hofmauer, das „Schlössle“.
Das heutige Dorf geht auf die Zeit der alemannischen Besiedlung der Region im 4. und 5. Jahrhundert zurück. Im 6. Jahrhundert fiel Heimerdingen unter fränkische Herrschaft. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung als Heimradingen stammt aus einer Urkunde des Lorscher Codex vom 2. Juni 798 anlässlich der Schenkung von 50 Joch Ackerland eines Odaccar an das Kloster Lorsch. Nach dem um 870 verfassten Urkundenbuch des elsässischen Kloster Weißenburg besaß das Kloster in Heimerdingen sechs Höfe und die Kirche, eine Basilica, mit dem Zehnten. Im 8. Jahrhundert waren Äbte des Klosters Weißenburg gleichzeitig Bischof von Speyer. Der Besitz des Klosters sicherte also gleichzeitig den Einfluss des Speyer Bischofs an den Grenzen seines in Archidiakonate und Landkapitel aufgeteilten Bistums. Heimerdingen gehörte bis zur Reformation zum Landkapitel Grüningen im Archidiakonat Trinitatis.
Neben den ortsansässigen Rittern (Herren von Heimerdingen, Höfingen und Nippenburg) waren auch die Grafen von Württemberg bemüht, in Heimerdingen Fuß zu fassen. Das „Urbar aus der Zeit Graf Eberhards des Greiners, 1344-1392“ gibt Einblick in die Heimerdinger Besitzverhältnisse zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Dieses Grundbuch des Grafen enthält umfangreiche Angaben über die Abgaben der Bauern und die Einnahmen aus der Ortsherrschaft, der Leibeigenschaft und andere Steuern aus Handel und Gewerbe. Hier sind auch die Einnahmen aus der Verwaltung der Pfarreien verzeichnet, die immer auch einen Gewinn für die Herrschaft abwarfen. Nur die Einnahmen aus den Waldungen sind hier nicht verzeichnet. Im Jahre 1350 gehörte Heimerdingen zur Hälfte dem Grafen von Württemberg. In der Quelle heißt es: Nota diu zway dörfer Hemmingen und Haymertingen sind halbü miner Herren und sint min herren und vögte herren dar über. Die festen Einnahmen daraus beliefen sich auf 3 Malter und 2 Simri (ca. 400 Liter) Getreide sowie zwei Gülthühner pro Jahr. - Insgesamt eine eher bescheidene Abgabe. Noch besaß der Ortsadel die ertragreichen Einnahmen. Die Kirche mit ihren Einnahmen war 1316 zu einer Hälfte aus dem Besitz derer von Hemmingen und 1355 samt Patronat von Fritz Sturmfelder an die Württemberger verkauft worden. Für das Jahr 1381 ist dann auch eine gewöhnliche Ortssteuer von den Leibeigenen des Ortes in Höhe von 4 1/2 Pfund Heller an die Grafen von Württemberg zu zahlen.
Die Höhe der Einnahmen des Ortsadels ist aus den Abgaben zu ersehen, die nach Erwerb dieser Besitzungen durch die Grafen von Württemberg erhoben wurden. Bis 1462 hatte nämlich Württemberg die ganze Ortsherrschaft in Heimerdingen an sich gebracht: Der Graf war Vogt und Herr zu Heimerdingen. Nachdem die Württemberger als Inhaber der Vogtei und des Gerichts die unbestrittenen Ortsherren geworden waren, hatten die Heimerdinger dies durch die Zahlung einer speziellen Abgabe oder Steuer, das Vogtkorn, anzuerkennen. Das Vogtkorn hatte die Gemeinde zu sammeln und nach Leonberg zu liefern.
Neben den Angaben über die Abgaben, deren quantitative Bedeutung für die Menschen wir nicht recht abzuschätzen wissen, enthalten die Lagerbücher der Herrschaft Württemberg einige interessante Angaben über die Einrichtungen, über die das Dorf verfügte und deren Erträge abzuführen waren. Genannt werden ein Backhaus, in dem alle Bauern ihr Brot backen mussten, und eine Badestube. Eine Kelter und Abgaben vom Ertrag der Weinberge lassen darauf schließen, dass in Heimerdingen in nicht unbeträchtlichem Maße Wein angebaut wurde.
Am 18. Juni 1456 ging der letzte Rest des adligen Besitzes in die Hände der Württemberger über. Ludwig von Nippenburg hatte seinen verbliebenen Heimerdinger Besitz für 750 Rheinische Gulden an Graf Eberhard im Bart verkauft. Heimerdingen war von nun an ein württembergischer Ort im Amtsbezirk Leonberg. Nur die Kirche hatte noch eigene Rechte, auch wenn ihre Haupteinnahmen und das Recht zur Ernennung des Pfarrers seit 1316 beim württembergischen Grafen lag.
Als Herzog Ulrich im Jahre 1534 die Reformation in Württemberg einführte, musste der katholische gebliebene Pfarrer Bernhardt Schlack Heimerdingen verlassen. Er verzichtete auf seine Pfründe und trat in das Kloster Maulbronn ein. Die Einnahmen der Pfarrei fielen an den Landesherrn, der 1535 mit Bartholomäus Rösch den ersten evangelischen Pfarrer in Heimerdingen einsetzte.
Im 16. bis 18. Jahrhundert litt Heimerdingen wiederholt unter Epidemien und Kriegsereignissen. In den Pestjahren 1596/97 waren 125 Todesfälle zu beklagen. Der Dreißigjährige Krieg führte zu einem Rückgang der Einwohnerzahl auf weniger als 200. Zu Beginn des Krieges lag sie bei 500 bis 550; sie hat sich somit mehr als halbiert. Neben Hunger und Seuchen war auch die Flucht in die befestigten Städte Leonberg, Markgröningen und Vaihingen an der Enz ein Grund für den Einwohnerschwund. 1635 wütete erneut die Pest in der Region. Da die Kirchenbücher fehlen, lässt sich die Zahl der Pestopfer für Heimerdingen jedoch nicht feststellen. Gefolgt wurde die Krankheit von einer erneuten Hungersnot im Jahre 1635. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) war auf der Heimerdinger Markung zeitweise das Hauptquartier der Reichstruppen des Schwäbischen und Bayerischen Kreises. Als während des Spanischen Erbfolgekriegs (1701–1714) das gesamte Umland durch französische Truppen verwüstet wurde, gehörte Heimerdingen mit einem Schaden von 3200 Gulden zu den am stärksten betroffenen Orten.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 48.8539954, Geographische Länge: 8.9812803


Geburt

Treffer 1 bis 8 von 8

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Freytag, Anna Maria  um 1686Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213937
2 Hecker, Anna Catharina  23 Mai 1694Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213931
3 Nuoffer, Maria - wife of  geschätzt 1599Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213947
4 Nuoffer, Maria  12 Apr 1655Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213939
5 Nuoffer, Nicodemus  geschätzt 1596Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213946
6 Nuoffer, Nicodemus  6 Mai 1626Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213940
7 Schäfer, Catharina Margaretha  28 Apr 1725Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213929
8 Schäfer, Johann Conrad  um 1687Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213930

Gestorben

Treffer 1 bis 8 von 8

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Freytag, Hans  Okt 1734Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213938
2 Hecker, Anna Catharina  Mrz 1760Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213931
3 Hecker, Catharina - wife of  Dez 1729Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213933
4 Hecker, Daniel  Nov 1731Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213932
5 Nuoffer, Nicodemus  14 Nov 1693Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213940
6 Schäfer, Barbara - wife of  14 Sep 1704Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213935
7 Schäfer, Jerg  Okt 1727Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213934
8 Schäfer, Johann Conrad  11 Apr 1756Heimerdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I213930