Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2020:
Hildrizhausen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Böblingen. Zur Gemeinde Hildrizhausen gehören neben dem Dorf Hildrizhausen keine weiteren Orte.
Geschichte:
Wahrscheinlich geht die Gemeinde Hildrizhausen auf eine Ansiedlung aus der Zeit um 800 n. Chr., also auf die Zeit Karl des Großen, zurück. Die ringförmige Anlage als Runddorf um den Hügel, auf dem man ursprünglich eine keltische Begräbnis-, Versammlungs- oder Kultstätte vermuten kann, findet man in Württemberg selten.
Bereits um die Jahrtausendwende waren die Grafen von Hildrizhausen hier ansässig. Die Grafen des Geschlechtes der „Glehuntra“ werden bereits 1007 in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich II. erwähnt, in der er Holzgerlingen dem Bistum Bamberg übergibt. Diese Grafen hatten das Nutzungsrecht der Wälder und fruchtbaren Äcker auf der Schönbuchlichtung.
In einer Schenkungsurkunde des Klosters Reichenbach werden als Zeugen der bekannte Abt Wilhelm von Hirsau und ein Markgraf Heinrich von Hilteratshusen genannt. Sein Sohn Heinrich II. war verheiratet mit Beatrix, Erbin von Schweinfurt, und somit Schwiegersohn von Otto III. von Schwaben. Ein weiterer Nachkomme der Grafenfamilie, Eberhard von Hilteratshusen, wurde 1097 zum Bischof von Eichstätt ernannt und 1110 geweiht. Er bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod am 6./7. Januar 1112.
Die Burg zu Hilteratshusen war wohl eher ein Festes Haus als nach heutigem Verständnis eine Burg. Sie lag vermutlich im Bereich des alten Würm- und Ruckenbach- Verlaufs und war so möglicherweise mit einem natürlichen Wassergraben umgeben.
Nach 1100 starb das Grafengeschlecht aus. Bis zu dieser Zeit gehörte auch Magstadt, Holzgerlingen und die Burg Kräheneck zu dem Besitz der Grafen von Hildrizhausen, des Weiteren gehörten auch viele ritterliche Dienstleute und an die 2000 kleinere und mittlere Bauerngüter dazu. Die Burg zu Hilteratshusen und die dazugehörigen Ländereien erbten zunächst die westfälischen Grafen von Kappenberg. Gottfried II. und Otto von Kappenberg wollten diese Besitztümer den Klöstern Ilbenstadt und Kappenberg stiften. Dies verhinderte Herzog Friedrich II. von Schwaben, dieser kaufte die Burg und die Ländereien um 1122/24 für 500 Mark Silber. Dabei wurde das Goldene Reliquienkreuz mit Kette von Byzantinischer Herkunft zu 100 Mark Silber angerechnet. Damit gehörte der alte Besitz der Hildrizhauser Grafen nun dem staufischen Herzog von Schwaben. Um 1145 bekamen die Pfalzgrafen von Tübingen den ehemaligen Besitz der Grafen von Hildrizhausen. Im Gegenzug erhielt der staufische Herzog die Pfalz in Ulm und die ostschwäbischen Besitzungen. Am 2. Januar 1296 verpfändeten die Grafen Eberhard von Tübingen und Rudolf II. der Scheerer das Dorf an das Kloster Bebenhausen.
1165 wurde die Burg von Welf VII. von Bayern bei den Auseinandersetzungen der Tübinger Fehde zerstört. Der Ort wechselte noch öfter den Besitzer und kam 1382 endgültig an die Grafen von Württemberg.
Mit der Gründung eines Kollegiatstiftes an der Pfarrkirche St. Nikomedes wurde wohl der Bau der Kirche von den Grafen von Hildrizhausen in Auftrag gegeben. Sie wird etwa um 1050 (evtl. auch früher), spätestens um 1080 im romanischen Stil als dreischiffige Pfeilerbasilika mit eingezogenem Querschiff (wohl noch vor der Martinskirche in Sindelfingen) errichtet. Erstmals wird sie 1275 erwähnt. Sie ist somit eine der ältesten Kirchen Süddeutschlands. Sie ist nicht, wie so oft erwähnt wird, an der Stelle und mit dem Material der zerstörten Burg errichtet. 1515 wurde der gotische Chor fertiggestellt, der den uns unbekannten romanischen Chorschluss ersetzte. Leider wurde etwa um 1627 das nördliche Seitenschiff, das wohl recht baufällig geworden war, abgebrochen. Geweiht war die Kirche dem heiligen Nikomedes (Märtyrer aus frühchristlicher Zeit in Rom), war jedoch offiziell nie eine Wallfahrtskirche. Dennoch pilgerten bis etwa 1556 hauptsächlich Mütter nach Hildrizhausen, um für die Gesundheit ihrer Kinder zu beten.
1573 verkauft die Gemeinde Hildrizhausen aus einer Notlage heraus ca. 8,7 ha Waldgebiet an den Herzog Ludwig. Das Gebiet heißt heute „Gereuth“, weil die Hildrizhausener Bürger diesen Verkauf schwer bereuten. „Anno 1573 hat die Kommun Hildrizhausen in einer fruchtteuren Zeit 29 Morgen Waldes, genannt der Krüter Hau an Herzog Ludwig verkauft.“
Im Jahre 1620 schrieb der Ortspfarrer Bartholomäus Eyselin die Ortschronik „Chronicon patriae Hildrizhusanae et Herrenbergicae“.
Die ältesten, mit Schnitzereien und Ornamenten verzierten, Fachwerkhäuser, die man heute noch an der Ringstraße findet, stammen aus dem 16. Jahrhundert. Etliche von ihnen stehen unter Denkmalschutz.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 48.6262245, Geographische Länge: 8.9697790


Geburt

Treffer 1 bis 8 von 8

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Braun, Georg Friederich  11 Mai 1837Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213899
2 Braun, Johann Christian  16 Mai 1830Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213896
3 Braun, Katharina  22 Feb 1824Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213892
4 Frank, Lorenz  um 1570Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I253640
5 Notter, Georg David  10 Jul 1775Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213924
6 Notter, Johann Christoph  15 Mrz 1740Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213961
7 Notter, Katharina Barbara  23 Jan 1803Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213890
8 Schäfer, Jacob  21 Mrz 1641Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I255139

Getauft

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Getauft    Personen-Kennung 
1 Schäfer, Jacob  21 Mrz 1641Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I255139

Gestorben

Treffer 1 bis 4 von 4

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Berner, Catharina  1687Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213979
2 Gentner, Anna  18 Dez 1848Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213925
3 Notter, Georg David  15 Dez 1855Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213924
4 Notter, Johann Christoph  8 Mai 1805Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland I213961

Verheiratet

Treffer 1 bis 3 von 3

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Braun / Eberhardt  16 Feb 1763Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland F71748
2 Göbbfried / Frank  25 Nov 1623Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland F90233
3 Notter / Gentner  4 Feb 1796Hildrizhausen, Kreis Böblingen, Baden-Württemberg, Deutschland F71761