Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2020:
Murrhardt ist eine Kleinstadt im Rems-Murr-Kreis, ca. 40 km nordöstlich von Stuttgart im Herzen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes an der Idyllischen Straße, der Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Die am Oberlauf der Murr gelegene Stadt ist Sitz des Naturparkzentrums Schwäbisch-Fränkischer Wald.
Geschichte:
Die Anfänge der Stadt Murrhardt liegen in der Römerzeit, als 161 n. Chr. die römische Reichsgrenze aus dem Tal des Neckars nach Osten auf die noch unwirtlichen Höhen des Schwäbischen Waldes verlegt wurde. Die römischen Kastellgründungen waren Keimzellen zahlreicher neuer Siedlungen wie Lorch, Welzheim, Mainhardt, Öhringen und eben Murrhardt. Von zahlreichen Wachttürmen aus überwachten damals römische Hilfstruppen zwischen den Kastellen die breite Grenzschneise durch den unberührten Urwald.
„Vicus murrensis“ – so die lateinische Bezeichnung für das damalige Dorf an der Murr – gehörte als Teil des Dekumatenlands der römischen Provinz Germania superior an und war meist von einer keltisch-germanischen Mischbevölkerung besiedelt.
Der Limes – seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe – zieht sich mitten durchs Stadtgebiet. Das Römerkastell der 24. Kohorte römischer Legionen (XXIIII COH VCR) ist im Südosten der Altstadt nachgewiesen, aber wegen Überbauung (Bereich früheres Wohnhaus der Familie Losch) nicht mehr sichtbar. Römerkastelle mussten immer 30 Meter oberhalb eines Flusslaufes errichtet werden.
Bei Erdaushubarbeiten wurden im September 2010 am Ostrand der heutigen Stadtmitte Überreste eines römischen Gebäudes entdeckt. Die ergrabenen Reste der Badeanlage liegen etwa 10 Höhenmeter tiefer als das Kastell der 24. Kohorte. Hypokausten deuten auf eine Badeanlage hin. Eine Kohorte entspricht einem jetzigen Bataillon = 4 Kompanien mit 150 Mann. Die Bauarbeiten waren bis November 2010 eingestellt, damit das Gelände durch Archäologen eingehend untersucht und dokumentiert werden konnte.
Ein rekonstruierter Römerturm befindet sich 5 km nördlich der Stadt bei Grab, mehrere Reste des Limes sind in der näheren Umgebung (Gewann Linderst) sichtbar. Reste des Vicus datieren auf 162 n. Chr. (Holzbrunnen). Auf dem Walterichsberg, auf dem sich heute die Walterichskirche befindet, stand zu römischen Zeiten ein Tempel zu Ehren von Mithras, einem von römischen Soldaten häufig verehrten Gott (dem Ursprung nach ein persischer Sonnengott), sowie eine Jupitersäule. Von diesem Denkmal sind einige Reste erhalten, unter anderem die einzige nördlich der Alpen gefundene Darstellung der kapitolinischen Wölfin mit Romulus und Remus. Diese befindet sich heute im Carl-Schweizer-Museum.
Der Limes, eine Demonstration der römischen Macht und schnurgerade durch die Landschaft gezogen, diente zur Sicherung der römischen Handelsstraße im Remstal, die Mainz und Augsburg verband. Im Jahre 233 wurden Teile der Befestigungsanlagen erstmals bei einem Überfall von den Alemannen zerstört (Durchbruch bei Siegelsberg), aber danach wieder aufgebaut. Um 260 n. Chr. überrannten die Alemannen das gesamte rechtsrheinische Gebiet und zerstörten auch die Limesbefestigungen in Murrhardt.
Nach dem Sieg der Franken über die Alemannen in der Schlacht von Zülpich gehörte Murrhardt ab 496 als Krongut dem Fränkischen Reich an.
Unter der Herrschaft des fränkischen Merowingerkönigs Theuderich IV. bzw. des Hausmeiers Karl Martell errichtete der Wandermönch Pirmin um 730 im Rahmen der fränkischen Christianisierung die Urkirche der Stadt mit dem Namen „St. Maria“. An ihrer Stelle steht heute die Walterichskirche, die ihren neuen Namen 1534 während der Reformationszeit erhielt.
Das ehemalige Benediktinerkloster St. Januarius (Kloster Murrhardt), das 1000 Jahre die Geschichte der Stadt prägte, geht ebenfalls auf das 8. Jahrhundert zurück. Der Frankenkönig Pippin stiftete um 750 die Urzelle St. Trinitatis; 788 wurde die Mönchszelle „cellula Murrahart“ als kleines Kloster bzw. Prior-Stelle erstmals in einer von Karl dem Großen ausgestellten Urkunde als im Besitz der Bischöfe von Würzburg erwähnt. 816/817 gründete der Abt Walterich, vom Kaiser Ludwig dem Frommen, Sohn Karls des Großen, dabei finanziell unterstützt, das Kloster während der großen karolingischen Kirchenreform; es war vielleicht keine Neugründung. Die heutige Stadtkirche Murrhardt geht auf die Klosterkirche des 9. Jahrhunderts zurück. Neben dem Kloster entwickelte sich ein Dorf.
Das Kloster hatte eigenes Münzrecht, hier wurden die so genannten Murrhardter Pfennige geprägt (1130). Um 1200 erhielt das Dorf Marktrechte. 1288 wurden Murrhardt durch Klostervogt Albrecht von Löwenstein-Schenkenberg die Stadtrechte verliehen. Die Bevölkerung lebte kärglich. Neben der Landwirtschaft und dem Kleinhandwerk entwickelten sich um Murrhardt herum später zahlreiche Glashütten. Die Holzverarbeitung war traditionell der wirtschaftliche Schwerpunkt, daher wurde die Gegend um Murrhardt im Volksmund auch „Klämmerlesgäu“ genannt.
1372 wurde auch Murrhardt von der Pest heimgesucht, wie eine Inschrift in der Walterichskirche bezeugt.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 48.9807900, Geographische Länge: 9.5791769


Geburt

Treffer 1 bis 7 von 7

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Badmann, Andreas  3 Dez 1590Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230019
2 Badmann, Hans Jacob  20 Mrz 1632Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230016
3 Badmann, Martin  um 1562Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230021
4 Doderer, Christian Friedrich  17 Apr 1808Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I223141
5 Engelhardt, Margaretha Barbara  19 Jul 1565Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I229966
6 Weber, Hans Bartholomäus  1521Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I229967
7 Wurst, Georg  10 Jan 1582Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I219455

Getauft

Treffer 1 bis 2 von 2

   Nachname, Taufnamen    Getauft    Personen-Kennung 
1 Badmann, Andreas  3 Dez 1590Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230019
2 Badmann, Hans Jacob  20 Mrz 1632Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230016

Gestorben

Treffer 1 bis 4 von 4

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Badmann, Martin  vor Feb 1627Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230021
2 Badmann, Ursula - wife of  vor 1626Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230022
3 Engelhardt, Margaretha Barbara  7 Mrz 1672Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I229966
4 Weber, Hans Bartholomäus  12 Jan 1599Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I229967

Begraben

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Begraben    Personen-Kennung 
1 Badmann, Andreas  21 Dez 1672Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland I230019

Verheiratet

Treffer 1 bis 3 von 3

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Badmann / Badmann  23 Feb 1589Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland F78790
2 Badmann / Kibler  27 Aug 1611Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland F78789
3 Wurst / Kurtz  29 Jan 1611Murrhardt, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg, Deutschland F74261