Rothenburg ob der Tauber, Kreis Ansbach, Bayern, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2017:
Rothenburg ob der Tauber (kurz auch Rothenburg odT) ist eine mittelfränkische Kleinstadt im Landkreis Ansbach in Bayern, die an der Grenze zu Baden-Württemberg liegt.
Mit seiner weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt ist Rothenburg eine weltbekannte Sehenswürdigkeit mit vielen Baudenkmälern und Kulturgütern. Herausragend an der Altstadt ist, dass sie sehr ursprünglich wirkt, da sie praktisch keine modernistischen Brüche aufweist, von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und in die weitgehend unverbaute, ursprüngliche Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet ist. Diese Ursprünglichkeit versucht man seit Jahrzehnten weitestgehend zu erhalten. Zudem ist Rothenburg für mehrere bedeutende Museen bekannt, etwa das Kriminalmuseum, das Reichsstadtmuseum, das Handwerkerhaus und das Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt. Zu den überregional bekannten Veranstaltungen der Stadt gehören der Meistertrunk (Kulturerbe seit 2016), die Reichsstadttage, der Weihnachtsmarkt und das Taubertal Openair-Festival.
Von 1274 bis 1803 war Rothenburg eine Reichsstadt. Nach der Belagerung 1631 während des Dreißigjährigen Kriegs verlor die Stadt stark an Bedeutung. Sie entwickelte sich daher nur noch allmählich weiter, wodurch das alte Stadtbild überwiegend erhalten blieb. Rothenburg galt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg als bedeutender Zielort des Tourismus in Deutschland. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Bauten originalgetreu wiederaufgebaut. Ab 1950 wurde die Stadt zu einem der Höhepunkte an der Romantischen Straße, der ersten Ferienstraße Deutschlands. Bis 1972 war sie kreisfrei und Sitz des gleichnamigen Landkreises. Stadt und Landkreis kamen dann zum Landkreis Ansbach und Rothenburg wurde zur Großen Kreisstadt erhoben.
Geschichte:
Die Wurzeln von Rothenburg liegen im heutigen Ortsteil Detwang. Diese Pfarrei wurde um 970 von einem ostfränkischen Adligen namens Reiniger errichtet. Es folgten die Errichtung der Comburg bei Schwäbisch Hall sowie der Grafenburg auf dem sogenannten Essigkrug oberhalb der Tauber, aus deren geographischer Lage sich der Namenszusatz ob der Tauber ableitet.
Bis zu deren Aussterben im Jahr 1116 befand sich die abgegangene Burg im Besitz der Grafen von Comburg-Rothenburg. Neben Rothenburg ob der Tauber gründete die Grafenfamilie sechs weitere Städte mit dem Namen Rot(h)enburg. Vier von ihnen liegen heute innerhalb Deutschlands und eine in der Schweiz. Rothenburg an der Oder gehört seit 1945 zu Polen und trägt den Namen Czerwie?sk. Graf Heinrich von Rothenburg, das letzte Familienmitglied, vermachte die Burg dem Kloster Comburg.
Heinrich V., der diese Schenkung nicht bestätigte, gab den Besitz an seinen Neffen Konrad III. als Lehen. Dieser erlangte 1137 die Königswürde, hielt Hof in Rothenburg und errichtete auf der Fläche des heutigen Burggartens die Reichsburg Rothenburg, die vermutlich durch ein Erdbeben um 1356 zerstört oder zumindest beschädigt wurde. Sein Sohn, Friedrich von Rothenburg, wurde zunächst von seinem Vetter Friedrich I. bevormundet (er war noch minderjährig, als sein Vater starb) und erhielt mit seinem Ritterschlag von 1157 den Titel „Herzog von Rothenburg“. Durch Friedrich I. wurde Friedrich von Rothenburg auch das Egerland übergeben.
1188 wird das castrum Rotenburch in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Herzog Konrad II. von Schwaben und Alfons Tochter Berengaria vereinbart wurde, erwähnt. Die Burg gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe niemals in die Praxis umgesetzt.
Seit dem 13. Jahrhundert hatte der Deutsche Orden eine Niederlassung, die Kommende Rothenburg.
Die Erhebung von Rothenburg zur Reichsstadt erfolgte am 15. Mai 1274 durch König Rudolf von Habsburg. Prominenteste Figur des Mittelalters war Heinrich Toppler (ca. 1340–1408), der mit seiner energischen Politik und seinen Landkäufen das Schicksal der Stadt weit über seinen umstrittenen Tod hinaus beeinflusst hat. Im Jahr 1474 logierte der König von Dänemark, Norwegen und Schweden Christian I. eine Woche lang in einem Gasthaus am Markt (heute „Altehrwürdige Ratsstube“).
Während des Rintfleisch-Pogroms von 1298 war nahezu die ganze Gemeinde, ca. 450 Menschen, getötet worden. Die danach neu entstandene Gemeinde war 1349 wiederum vernichtet worden. Auch nach diesem Pogrom siedelten sich erneut Juden an. Im Jahr 1520 erfolgte dann die endgültige Vertreibung. Das Vermögen der Gemeinde wurde eingezogen. Erst im 19. Jahrhundert konnten sich abermals Juden in Rothenburg ansiedeln.
Von 1500 bis 1806 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.
1544 wurde in Rothenburg die Reformation eingeführt. Der Deutsch- und der Johanniterorden blieben zwar katholisch, mussten aber ihre Kirchen St. Jakob und St. Johannis abgeben. Bürgermeister und Rat zu Rothenburg auf der Tauber unterzeichneten 1579 die lutherische Konkordienformel von 1577.
Der Dreißigjährige Krieg stellte für Rothenburg von Beginn an ein Problem dar. Als evangelische Reichsstadt war man dem katholischen Kaiser Ferdinand II. zur Treue verpflichtet. Auf der anderen Seite sympathisierte man verdeckt mit dem evangelischen schwedischen König Gustav II. Adolf. Dieser schlug im September 1631 Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen, drängte weiter nach Süden und besetzte Mitte Oktober Würzburg. Der kaiserlich-katholische Befehlshaber General Graf von Tilly hingegen versuchte in Franken eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. So geriet das militärisch und politisch eigentlich unbedeutende Rothenburg zwischen die Fronten.
Anfang Oktober 1631 befanden sich 800 Mann kaiserliche Truppen in der Stadt. Am 7. Oktober wurde in der Nähe Rothenburgs ein kaiserlicher Truppenverband des Kriegskommissars Alessandro Massoni von schwedischen Truppen vernichtend geschlagen. Einen Tag später, am 8. Oktober, ergab sich die kaiserliche Besatzung Rothenburgs den schwedischen Truppen auch ohne Belagerung der Stadt. Teile kaiserlichen Truppen meuterten und schlossen sich den Schweden an, der Rest durfte frei abziehen. Die Schweden besetzten darauf Rothenburg. Doch schon zwei Wochen später erreichte Tilly mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres die Gegend. Am 27. Oktober wurde der Rat Rothenburgs von der kaiserlichen Armee aufgefordert Übergabeverhandlungen einzuleiten. Da sich die Rothenburg weigerte, schlossen am 29. Oktober die kaiserlichen Truppen einen Belagerungsring um die Stadt. Die Bürger Rothenburgs bereiteten sich darauf vor die Stadt zusammen mit der schwedische Besatzung zu verteidigen; wahrscheinlich hoffte man auf Entsatz von Würzburg. Am 30. Oktober begann der Beschuss der Stadt, insbesondere von Norden zwischen Klingen- und Galgentor. Die Verteidiger brachten den Angreifern schwere Verluste zu (etwa 300 Mann) aber als in der Klingentorbastei gelagertes Schwarzpulver eine Explosion verursachte, stellte die schwedische Besatzung den Kampf ein. Die Schweden durften nach kurzer Verhandlung abziehen.
Wahrscheinlich in der Nacht von 30. zum 31. Oktober wurde die Stadt zur Plünderung freigegeben. Der Stadtrat wurde festgehalten und mit dem Tode bedroht. Es gelang ihm aber wohl zu beweisen, dass die Stadt keinen Anteil an der Vernichtung der Truppen des Kriegskommissars Massoni und der Meuterei der ursprünglichen kaiserlichen Besatzung hatten. Wahrscheinlich hat sich auch die Stadtbevölkerung auf dem Marktplatz versammelt und um Gnade gebeten. Es ist anzunehmen, dass Tilly die Stadt verschonte, da er nicht wollte, dass sich die Geschehnisse von Magdeburg, wo seine Truppen wenige Monate zuvor die Bevölkerung massakrierten und die Stadt niederbrannten, wiederholten. Nach der Legende leerte der damalige Alt-Bürgermeister Georg Nusch auf Befehl General Tillys 3,25 Liter Wein auf einen Zug und bewahrte damit die Stadt vor der Zerstörung. Aus diesem Anlass findet noch heute jährlich das Festspiel „Der Meistertrunk“ statt. Dass es den Meistertrunk so gegeben hat, ist unwahrscheinlich. Der Rothenburgische Chronist und Augenzeuge Sebastian Dehner beschrieb die Geschehnisse der Belagerung und Einnahme ohne den Meistertrunk.
Die Plünderungen wurden eingestellt, die Stadt musste aber eine Strafzahlung leisten und die Einquartierung der kaiserlichen Soldaten erdulden. Für die Bevölkerung bedeutete das weitere Übergriffe der Soldaten, Hunger und eingeschleppte ansteckende Krankheiten. Am 13. Januar 1632 verließen die kaiserlichen Truppen die Stadt.
Nach dem dreißigjährigen Krieg versank die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf. Die Entwicklung stand praktisch still, und die Stadt verlor an Bedeutung. Das ist der Grund, warum sich die Stadt bzw. ihre alte Bausubstanz in einem dermaßen gut erhaltenen Zustand befindet.
Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ist die Stadt ein Teil Bayerns. Auf der Basis des Pariser Vertrags vom 28. Februar 1810 zwischen Frankreich und Bayern, der eine Verständigung über Gebietsarrondierungen zum Gegenstand hatte, kam es zum Grenzvertrag zwischen dem Königreich Bayern und dem Königreich Württemberg vom 18. Mai 1810, in dem der Westteil des Stadtgebiets damals an Württemberg verloren ging. 1870 besuchte der damals 19-jährige Landschaftsmaler Gustav Schönleber Rothenburg, es folgte 1877 Eugen Bracht der sichtlich beeindruckt war, ab den 1880 folgten weitere Maler insbesondere der Spätromantik, darunter Hans Thoma und Carl Spitzweg, bald wurde die Stadt auch zu einem Ziel des Fremdenverkehrs. 1884 wurde erstmals außerhalb der Stadtmauer gebaut. Bereits um die Jahrhundertwende wurde Rothenburg dann ein beliebtes Tourismusziel für Engländer und Franzosen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg trafen Ausflugsbusse mit gehobener Gesellschaft ein, die im Hotel Eisenhut residierte, das heute noch existiert.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 49.3801834, Geographische Länge: 10.186738800000057


Geburt

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Zierlein, Anna Maria  1631Rothenburg ob der Tauber, Kreis Ansbach, Bayern, Deutschland I166624

Gestorben

Treffer 1 bis 2 von 2

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Botsch, Barbara  4 Jan 1659Rothenburg ob der Tauber, Kreis Ansbach, Bayern, Deutschland I166626
2 Zierlein, Georg  19 Aug 1661Rothenburg ob der Tauber, Kreis Ansbach, Bayern, Deutschland I166625

Verheiratet

Treffer 1 bis 1 von 1

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Zierlein / Botsch  26 Mrz 1617Rothenburg ob der Tauber, Kreis Ansbach, Bayern, Deutschland F55119