Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland



 


Notizen: Wikipedia 2017:
Schwieberdingen ist eine Gemeinde mit rund 11.000 Einwohnern im Landkreis Ludwigsburg. Sie liegt rund fünf Kilometer von der Kreisstadt Ludwigsburg und zehn Kilometer von der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart entfernt. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.
Der möglicherweise im 3. Jahrhundert gegründete Ort wurde 1304 erstmals urkundlich erwähnt. Geprägt wurde er vor allem durch seine Lage an der alten von Flandern bis ans Schwarze Meer führenden Handels- und Heerstraße, auf der die heutige B 10 verläuft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Gemeinde grundlegend verändert. Aus dem überwiegend landwirtschaftlich geprägten Dorf entstand durch die Ansiedlung großer Unternehmen eine moderne Industriegemeinde.
Geschichte:
Die ersten nachweisbaren Spuren einer Besiedelung auf der heutigen Gemarkung Schwieberdingen sind seit der Jungsteinzeit vorhanden. Der äußerst fruchtbare Boden und die Furt über die Glems zogen bereits ab 5000 v. Chr. erste Siedler an. Funde des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg belegen zwei Siedlungen. Die ältere – in Fachkreisen als Schwieberdinger Gruppe bezeichnet – ist zeitlich etwa im Jahre 4300 bis 4200 v. Chr. einzuordnen. Zu ihr gehört auch das in einem Hockergrab entdeckte Skelett einer jungen Frau, genannt Mathilde, die etwa 4000 v. Chr. gelebt hat. Die zweite Siedlung datiert in die Michelsberger Kultur und ist etwa 700 bis 800 Jahre jünger als die Schwieberdinger Gruppe.
Von 85 n. Chr. an eroberten die Römer das Land von den Kelten und hinterließen ihre Spuren unter anderem aufgrund des Baus der durch den späteren Ort und über die Furt an der Glems führenden Römerstraße. Die alte Römerstraße, die auch das spätere Schwieberdingen über Jahrhunderte prägte, stellte in dieser Zeit die wichtigste Straße des Landes und eine Hauptverbindung zwischen Rhein und Donau dar. Genutzt wurde sie vor allem militärisch. So durchzogen beispielsweise der römische Kaiser Hadrian und seine Legionen zwischen den Jahren 117 und 138 das Gebiet. Neben der Römerstraße zeigen Reste römischer Gutshöfe – die an die intensive landwirtschaftliche Nutzung erinnern – und andere archäologische Funde weitere Spuren der römischen Besiedlung in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten.
Im 3. Jahrhundert eroberten die Alamannen das römische Gebiet bis zum Rhein. Während dieser Zeit wurde möglicherweise um 260 n. Chr. der heutige Ort unter dem Namen Suidbert-ingen, der auf den alamannischen Sippenführer Suidbert zurückzuführen ist, gegründet. Nach dem Sieg der Franken über die Alamannen um 500 lag das Gebiet der späteren Markung Schwieberdingen an der Stammesgrenze zwischen den Alamannen im Südosten und den Franken im Nordwesten. Diese Grenze wurde nach der Christianisierung zugleich Bistumsgrenze zwischen dem fränkischen Bistum Speyer und dem alamannischen Bistum Konstanz. Die Lage Schwieberdingens am Schnittpunkt von Stammesgrenze und der Fernstraße sowie die Bedeutung der Furt für diesen von Flandern bis zum Schwarzen Meer und Italien so wichtigen Verkehrsweg lassen vermuten, dass das Dorf aus militärischen Erwägungen – zum Schutz der Furt – gegründet wurde.
Verschiedene Bodenfunde auf der heutigen Markung Schwieberdingens zeigen, dass einst mehrere alamannische Siedlungen bestanden. So wurde zwischen 750 und 802 das im östlichen Teil der Gemarkung liegende und im 14. Jahrhundert abgegangene Dorf Vöhingen erstmals urkundlich erwähnt. Die Wüstung ist inzwischen im Jahre 2005 archäologisch gründlich untersucht worden.
Die bisher bekannte erste schriftliche Erwähnung Schwieberdingens erfolgte im Esslinger Urbar von 1304, in der zwei Morgen Ackerland versus Swiebertingen beschrieben werden. Im 14. Jahrhundert begannen die Grafen von Württemberg, ihre Herrschaft in der Region auszuweiten. So verkaufte am 18. Oktober 1321 auch Graf Bürgin der Jüngere von Hohenberg-Nagold den Kirchensatz zu Schwieberdingen an Graf Eberhard den Erlauchten von Württemberg. Neben den Grafen von Württemberg hatten unter anderem die Herren von Nippenburg, deren gleichnamiger Sitz etwas südlich des Ortes liegt und 1160 erstmals urkundlich genannt wurde, Besitz im Dorf.
Im 16. und 17. Jahrhundert hatte Schwieberdingen schwer unter Kriegen und Krankheiten zu leiden. Dreimal kam die Pest über den Ort. Allein im August 1584 starben 88 Menschen an der Seuche. Schon bald darauf wurde die stark dezimierte Bevölkerung von neuen Schrecken heimgesucht. So wie sich Friedenszeiten durch den Durchzug von Handels- und Kaufleuten günstig auf den sich an der späteren Reichs-, Handels- und Heerstraße entlang ausgebreiteten Ort auswirkten, so brachten die in Kriegszeiten durchziehenden Heere auch Not und Elend. Der Dreißigjährige Krieg lichtete die Bevölkerung nochmals. Schwieberdingen wurde von Plünderungen und Brandschatzungen heimgesucht. Während dieser Zeit ist für neun Jahre kein einziger Eintrag im Kirchenbuch zu finden. Laut einer Inschrift in der Sakristei soll der Ort völlig verlassen gewesen sein. Wiederholte Einfälle französischer Truppen zwischen 1688 und 1707 sorgten für weitere Verwüstungen und wirtschaftliche Schäden. Im Jahr 1707, als es den Franzosen unter ihrem Anführer Marschall Villars erneut gelang, über den Rhein zu kommen, bezogen die französischen Truppen am 4. Juni 1707 in Schwieberdingen Quartier. Nach zweitägigen Verhandlungen erkaufte sich die württembergische Regierung für eine Million Gulden die Schonung des Landes, was in dem im Ort abgeschlossenen Schwieberdinger Vertrag dokumentiert wurde.
Kurz vor Ende des 18. Jahrhunderts zogen wieder Truppen durch den Ort. Das Grabmal des gefallenen österreichischen Offiziers Heinrich von Parzer auf dem Friedhof bezeugt die Kämpfe zwischen österreichischen und französischen Truppen. Vermutlich sollte die österreichische Nachhut die Straße und den Glemsübergang sichern.
Nicht nur Kriege forderten einen hohen Tribut von den Einwohnern der zum Oberamt Markgröningen und ab 1807 zum Oberamt Ludwigsburg gehörenden Gemeinde. Auch durch häufige Missernten und das Erbteilungsrecht verarmte die Landbevölkerung immer mehr. Hungersnöte und Arbeitslosigkeit trieben im 19. Jahrhundert viele Einwohner zur Auswanderung nach Polen, Ungarn und Amerika.
Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an kam es im Ort zu bedeutenden Fortschritten der Technik. Im Jahre 1878 wurde die Wasserleitung errichtet. Zudem baute man eine Post- und Telegrafenstation auf. Um 1900 wurde die Hauptstraße durch den Ort gepflastert, auf der schon bald die ersten Automobile entlangfuhren. Im Jahr 1906 erhielt Schwieberdingen durch den Bau der Strohgäubahn eine direkte Eisenbahnverbindung. Im selben Jahr wurde der Ort mit elektrischem Licht versehen, wodurch die vormals verwendeten Petroleumlampen ausgedient hatten.
Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 fielen etwa 50 Schwieberdinger. Die Nachkriegszeit mit der Inflation bis 1923 sowie die Weltwirtschaftskrise von 1929 und der rapide Anstieg der Arbeitslosigkeit zog die Einwohner in den folgenden Jahren in Mitleidenschaft.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und Annahme des Ermächtigungsgesetzes wurde der Gemeinderat gleichgeschaltet. Der Bürgermeister Eugen Herrmann blieb jedoch im Amt. Organisationen der Arbeiterbewegung wie beispielsweise der Arbeitersportverein Schwieberdingen wurden verboten.
Durch die Kriegsereignisse im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 verloren eine beträchtliche Anzahl Schwieberdinger Bürger ihr Leben. 71 Einwohner sind gefallen, 20 blieben vermisst. Trotz zahlreicher Luftangriffe gegen Ende des Krieges, die vor allem auf die am Sportplatz stationierte Funkanlage abzielten, erlitt der Ort selbst nur geringe Gebäudeschäden. Lediglich die 1928 gebaute Glemsbrücke wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges von der sich zurückziehenden Wehrmacht gesprengt. Am 21. April 1945 marschierte die 1. französische Armee von Westen her kommend ein, besetzte den Ort und rückte weiter in Richtung Ludwigsburg und Stuttgart vor. Kurze Zeit später war der Zweite Weltkrieg nach der Kapitulation des Deutschen Reichs beendet.

OpenStreetMap

Ort : Geographische Breite: 48.8783277, Geographische Länge: 9.0781289


Geburt

Treffer 1 bis 17 von 17

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Mann, Georg  2 Apr 1797Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I50662
2 Mann, Johann Georg  21 Okt 1761Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I123251
3 Schmid, Salome  13 Mai 1767Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130544
4 Schultheiß, Hedwig  15 Okt 1939Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I180139
5 Unrath, Baltasar  20 Sep 1766Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I66971
6 Unrath, Balthasar  20 Sep 1766Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I123254
7 Wixler, Sibilia  20 Apr 1807Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I85782
8 Zaiser, Anna Katharina  20 Feb 1789Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130549
9 Zaiser, Barbara  14 Aug 1790Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I127557
10 Zaiser, Barbara  13 Sep 1795Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130551
11 Zaiser, Jakob  23 Sep 1798Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130552
12 Zaiser, Johann Georg  1 Jan 1788Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130548
13 Zaiser, Johann Konrad  2 Jan 1760Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I122050
14 Zaiser, Johann Konrad  2 Feb 1791Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130550
15 Zaiser, Johann Ulrich  4 Jun 1801Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130553
16 Zaiser, Maria  26 Mrz 1786Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130547
17 Zaiser, Michael  10 Jan 1794Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I122049

Gestorben

Treffer 1 bis 2 von 2

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Zaiser, Anna Katharina  25 Mrz 1790Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130549
2 Zaiser, Maria  17 Apr 1787Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland I130547

Verheiratet

Treffer 1 bis 1 von 1

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Zaiser / Schmid  5 Okt 1784Schwieberdingen, Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Deutschland F39739