Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland



 

Notizen: Wikipedia 2015:
Zwickau (im sächsischen Dialekt auch „Zwigge“) ist die viertgrößte Stadt in Sachsen und ein Oberzentrum im südwestlichen Teil des Landes.
Die Stadt ist Gründungsmitglied der Metropolregion Mitteldeutschland. Hier hat auch die Verwaltung des Landkreises Zwickau ihren Sitz. Durch die seit 2000 zunehmende Urbanisierung der städtischen Randgebiete wächst die flächenmäßige Ausdehnung der Stadt, die mittlerweile größtenteils das Tal der Zwickauer Mulde überdeckt. Die bei Automobilisten beliebte, landschaftlich reizvolle und mit vielen kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten ausgestattete Touristikroute der Sächsisch-Böhmischen Silberstraße verbindet, dem Verlauf des Erzgebirges in östlicher Richtung folgend, die alte Bergstadt Zwickau mit der Landeshauptstadt Dresden.
Das territorio Zcwickaw wurde erstmals 1118 erwähnt. Nahezu 800 Jahre lang wurde hier und in der umliegenden Region Steinkohle abgebaut. Die Stadt entwickelte sich dadurch zum Zentrum des Zwickauer Steinkohlenreviers. Als bis 1806 kurfürstliche Stadt war Zwickau im Königreich Sachsen seit 1834/1835 Kreisdirektionssitz, ab 1874 Sitz der Kreishauptmannschaft (nach 1939 Regierungsbezirk Zwickau) und wurde 1907 eine kreisfreie Stadt. Im Zuge des Totalumbaus der Verwaltungsstrukturen zur Durchsetzung des Prinzips des sogenannten demokratischen Zentralismus in der DDR verlor Zwickau 1953 seinen seit 1834 währenden Rang als Bezirksregierungssitz. Seit 2008 ist Zwickau nicht mehr kreisfrei; die Stadt wurde in den neu gebildeten Landkreis eingegliedert.
Zwickau ist die Wiege der sächsischen Automobilindustrie. Die mehr als hundertjährige Tradition in der Automobilherstellung begann Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Gründung der Werke von Horch (1904) bzw. Audi (1909/1910), die in den 1930er und 1940er Jahren von der Auto Union und während der DDR-Zeit von den Sachsenring-Werken weitergeführt wurde. Nach dem Ende der Teilung Deutschlands gründete die Volkswagen AG im heutigen Zwickauer Stadtteil Mosel eines der größten Unternehmen der neuen Bundesländer, die Volkswagen Sachsen GmbH, die diese Automobilbau-Tradition weiterführt.
1810 wurde der international bekannteste Sohn der Stadt, der Komponist der Romantik Robert Schumann, geboren, sodass die Stadt über ihre Grenzen hinaus auch als Automobil- und Robert-Schumann-Stadt bekannt ist.
Das August-Horch-Museum, die Westsächsische Hochschule Zwickau und das Robert-Schumann-Konservatorium sind überregional bekannte Kultur- und Bildungseinrichtungen.
Geschichte:
Das heutige Westsachsen wurde bis in das 6. Jahrhundert von den germanischen Stämmen der Sueben und Thüringer besiedelt. Vom 7. bis zum 10. Jahrhundert bewohnten Sorben das Gebiet. Im 10. Jahrhundert erfolgte nach Unterwerfung der Sorben durch Heinrich I. die Christianisierung der ansässigen Bevölkerung und die Einwanderung deutscher Siedler begann. Der Name „Zwickau“ leitet sich wahrscheinlich von der sorbischen Bezeichnung Swikawa ab und könnte – einer Theorie zufolge – auf Svarozic, den slawischen Gott der Sonne und des Feuers zurückgehen: Am Muldenufer treten auch heute noch Steinkohlenflöze zu Tage. Wahrscheinlich wussten bereits die Slawen die Kohle zu nutzen. Der Name „Zwickau“ könnte demnach etwa „Tal“ oder „Aue des Feuergottes“ bedeuten.
1118 wurde in einer Urkunde, ausgestellt von Bischof Dietrich I. von Naumburg, im Kloster Bosau bei Zeitz erstmals das territorio Zcwickaw erwähnt. Es handelt sich hierbei nicht um einen konkreten Ort, sondern um einen von Slawen besiedelten Gau, dessen Zentrum das Dorf Osterweih war. Diese Siedlung wurde später aufgegeben; sie lag in der heutigen Nordvorstadt. Um diese Zeit ließ Gräfin Bertha von Groitzsch das Christentum in der Region einführen und die Marienkirche erbauen.
Um das Jahr 1150 verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt ins heutige innerstädtische Gebiet. Es bildete sich eine Kaufmannsiedlung um die Nikolaikirche (nahe der heutigen Nikolaischule). Diese lag an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, der Salzstraße Böhmischer Steig und dem Polnischen Gleis. Erstere führte über Halle/Leipzig nach Prag, letztere von Krakau über Sachsen nach Süddeutschland. Ebenso entstand parallel dazu ein Siedlungszentrum um die Marienkirche und um den Bereich des späteren wettinisch-kurfürstlichen Zwickauer Schlosses Osterstein mit der Katharinenkirche.
Man kann davon ausgehen, dass Zwickau zwischen 1192 und 1212 das Stadtrecht erhielt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1212 ist erstmals die Bezeichnung Zwickaus als oppidum (befestigte größere Siedlung bzw. Stadt) zu finden. Der Bischof von Naumburg bestätigte in der Urkunde, die auf den 12. Mai datiert ist, die Einigung zwischen dem Markgrafen Dietrich von Meißen und dem Abt des Klosters Bosau, in der letzterer gegen eine Entschädigung von 250 Mark auf Ansprüche gegenüber Stadt und Stadtkirche verzichtete.
Das Zwickauer Franziskanerkloster mit Klosterschule wurde erstmals 1232 erwähnt. Die Zisterzienser legten 1240 einen Wirtschaftshof an, der dem Kloster Grünhain unterstellt war. Eine medizinische Versorgung ist 1266 mit dem späteren St.-Georgen- und Margarethen-Hospital erstmals erwähnt. Im Jahr 1273 gab es bereits einen Rat, womit die städtische Selbstverwaltung begann. Seit 1297 ist ein Bürgermeister nachweisbar.
Da in Zwickau die Mulde gut zu durchqueren war, führten wichtige Handelswege durch die Stadt. Große Bedeutung hatte schon im 12. Jahrhundert die Hohe Handelsstraße, die von Nürnberg kommend über Hof, Plauen und Reichenbach bei Zwickau nach Böhmen führte. Sie beförderte bereits früh Zwickaus Wohlstand, so dass die Stadt von 1290 bis 1407 als Reichsstadt neben Augsburg und Nürnberg zu einer Stadt ersten Ranges aufstieg. Auf das Jahr 1290 geht auch die Gründung der Zwickauer Lateinschule zurück, die im späten deutschen Mittelalter aufgrund der strengen Hausordnung auch als Zwickauer Schleifmühle bekannt wurde. Im gleichen Jahr gingen die Städte Zwickau, Chemnitz und Altenburg ein Bündnis ein. Das kam auf Initiative des Kaisers zustande und ist durch eine Urkunde belegt. Der Kaiser beabsichtigte damit, den Einfluss der Landesherren zu beschneiden. Vom Castrum Zwickaw, dem späteren wettinischen Renaissance-Schloss Osterstein, ist 1292 erstmals die Rede.
Der Bergbau begann in der Region im Jahr 1316, als Markgraf Friedrich der Gebissene die Stadt mit einer Fundgrube in Fürstenberg (zwischen Kirchberg und Weißbach) belehnte. Hier wurde Silber und Kupfer abgebaut. Bereits 1295 hatte Zwickau einen Wassergraben und die Stadtmauer mit den vier Stadttoren ist seit 1327 nachweisbar.
1328 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt, darunter die Marienkirche und die Katharinenkirche.
Das Landrecht und das an den Sachsenspiegel angelehnte Zwickauer Gewohnheitsrecht wurde 1348 im Codex Statutorum Zviccaviensium – dem Zwickauer Stadtrechtsbuch – kodifiziert. Hier findet man bildliche Darstellungen der Todesstrafe und erste Handwerksordnungen sowie auch die erste Erwähnung der Steinkohle.
Der verheerende Brand von 1403 vernichtete fast die gesamte Stadt. Markgraf Wilhelm I. gewährte daraufhin der Stadt zur Erleichterung des Wiederaufbaus eine siebenjährige Steuerbefreiung. Über zahlreiche Dörfer in der Umgebung von Zwickau wurde 1421 der Bierbann ausgesprochen, ein Verbot, Bier zu brauen. Während der Hussitenkriege belagerten Hussiten 1430 erfolglos die Stadt, plünderten und brannten jedoch die Vorstädte und umliegende Dörfer nieder. Das dabei zerstörte Dorf Osterweih wurde nicht wieder aufgebaut.
Wegen der Ausweitung landesherrlicher Machtpositionen durch Markgraf Wilhelm I., der für seine Absichten den Stadtrichter Franz Steussing im Komplott mit dem markgräflichen Vogt Conrad Brückner und dem Ratsherrn Nikel Hugk engagierte, kam es zum Streit mit dem Zwickauer Rat. Die Rücknahme städtischer Privilegien durch den Landesherrn hatte einen Eingriff in die städtische Gerichtsbarkeit zur Folge. Steussing missbrauchte sein Amt als Stadtrichter und bereicherte sich mit erheblichem Schaden für die Stadt. Nach dem Tod von Markgraf Wilhelm I. Anfang Februar 1407 bot sich dem Rat die Gelegenheit, Steussing den Prozess zu machen. In 19 Artikeln legte der Rat die Vergehen von Conrad Brückner und in 14 Artikeln die von Franz Steussing dar, um ein drastisches Vorgehen zu rechtfertigen. Streussing wurde am 14. Februar 1407 auf dem Zwickauer Hauptmarkt hingerichtet. Daraufhin ließen die neuen Landesherren am 10. Juli 1407 Bürgermeister Peter Mergenthal und drei Ratsherren in Meißen unter dem Roten Turm enthaupten und im Kreuzgang des Klosters St. Afra standesgemäß beisetzen. 1983 wurden die Gräber mit den Skeletten der vier hingerichteten Zwickauer Ratsherren gefunden. Das Zwickauer Stadtwappen zierte die Grabplatten. Dieses Wappen zeigt neben den Türmen auch die Schwäne. Damit wurde nachgewiesen, dass bereits um 1400 die Schwäne Teil des Zwickauer Wappens waren. Die Türme zieren hingegen das Wappen nachweisbar seit 1290.
1444 erhielt die Stadt ihre Gerichtsbarkeit zurück. Die Schneeberger Silbervorkommen wurden 1470 entdeckt. Deren Ausbeutung lag hauptsächlich in den Händen der Zwickauer Patrizier, darunter der Amtshauptmann Martin Römer und dessen Bruder Nicol, Hans Mergenthal, Hans Federangel und weitere Zwickauer Kaufleute.
Kaiser Friedrich III. übertrug 1473 der Stadt das Rotsiegelprivileg. Die rote Siegelfarbe war an sich nur dem Kaiser, staatswichtigen oder geistlichen Würdenträgern (Kardinälen) vorbehalten. Seither wurden Urkunden und amtliche Dokumente vom Rat mit rotem Wachs gesiegelt. Dieses Privileg wurde u.a. auch durch die Stadtfarben (Rot-Weiß) repräsentiert.
Um 1440 wurde die Münzstätte Zwickau gegründet. Sie war mit Unterbrechung bis 1493 in Betrieb. Hier wurden von 1492 bis 1493 die ersten sächsischen Münzen mit dem Bildnis eines Herrschers geschlagen. Diese Groschenmünzen mit dem Namen „Bartgroschen“ zeigen das bärtige Brustbild Kurfürst Friedrichs III. Die Zwickauer Bartgroschen und die danach in Schneeberg wertgleich geprägten Zinsgroschen dienten der Vorbereitung der in Annaberg und wahrscheinlich auch in Wittenberg geprägten ersten sächsischen silbernen Gulden (Taler).
Kurfürst Friedrich III., auch Friedrich der Weise genannt, bezeichnete sein Zwickau als die Perle im Kurfürstentum Sachsen.
Als 1476 Herzog Albrecht von Sachsen zu einer Wallfahrt nach Rom und Palästina aufbrach, waren in seinem Gefolge auch die Zwickauer Patrizier Martin Römer und Landrentenmeister Hans Mergenthal. Martin Römer starb 1483 als großzügiger Förderer seiner Stadt – unter anderem war er der Erbauer des Zwickauer Kornhauses neben dem Schloss Osterstein. 1477 ließ er den Großen Teich als Löschwasserteich und zur Fischzucht angelegen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt er den Namen Schwanenteich.
Der Nürnberger Maler Michael Wolgemut (Lehrmeister von Albrecht Dürer) schuf 1478 den Flügelaltar der Marienkirche. Schon seit 1486 hatte Zwickau zwei Apotheken: Die Löwenapotheke und die Salomonisapotheke (Kräuter-Gewölbe). Beide Häuser stehen noch heute am Hauptmarkt schräg gegenüber dem historischen Rathaus. Der bekannte Zwickauer Bildschnitzer Peter Breuer erhielt 1504 das Bürgerrecht. Aus seiner Hand stammen zahlreiche Werke in den Kirchen Zwickaus und Umgebung. Besonders seine Pieta Beweinung Christi im Zwickauer Mariendom ist ein bekanntes Kunstwerk.
Die Stadt beherbergt auch Kunstwerke von einem der bekanntesten Künstler Kursachsens zwischen Spätgotik und Renaissance, dem Steinmetz und Bildhauer Paul Speck. Dazu zählen im Stadtzentrum die Kanzeln und Taufsteine des Mariendoms, der Kirche St. Katharinen und hier unmittelbar gegenüber das Portal der Posthalterei.
Auf das Jahr 1487 geht die Gründung des Zwickauer Stadtarchivs zurück, als Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder Herzog Johann den Zwickauer Rat aufforderten, für sie und ihren Vetter Herzog Albrecht ein feuerfestes Gewölbe „mit eisernen Türen und drei guten Schlössern“ einzurichten, um für beide Seiten wichtige Dokumente aufzubewahren. Alte Schätze aus dem Mittelalter wie Handschriften, Inkunabeln, Dokumente, Briefe und Bücher, sind hier archiviert, so auch die Hans-Sachs-Bände des Nürnberger Meistersingers (1494–1576). Von den weltweit insgesamt noch einundzwanzig vorhandenen Bänden seiner Meisterlieder sind hier vierzehn Bände, zwei Quart- und sechs Foliobände Meistergesänge , sechs Foliobände Spruchgedichte sowie das Sachs’ Werkverzeichnis vorhanden.
Neben dem Stadtarchiv verfügt Zwickau mit der Ratsschulbibliothek auch über eine der ältesten Bibliotheken im gesamten obersächsischen Raum. Ihre historischen Wurzeln reichen bis auf das Entstehen der gegen Ende des zwölften Jahrhunderts eingerichteten Zwickauer Lateinschule zurück. In ihrem Bestand befinden sich rund 250.000 unterschiedliche Einheiten, darunter zum Beispiel die Zwickauer Handschriften, darunter die älteste Handschrift aus dem 9. Jahrhundert. Unter den 6000 Bänden aus dem Nachlass des Zwickauer Oberstadtschreibers und Ratsherren Stephan Roth (1492–1546) sind auch viele Hochschulschriften, gedruckte Unikate und Musikalien. Sowohl der Pädagoge und Orientalist Johann Zechendorf (1580–1662) als auch Rektor Christian Daum (1612–1687) haben der Ratsschulbibliothek weitere umfangreiche Sammlungen hinterlassen. Diese Einrichtung, die besonders auch internationalen Fachleuten der wissenschaftlichen Geschichtsforschung dient, wurde im Ostflügel des 1914 neu erbauten König-Albert-Museums, dem Städtischen Museum, untergebracht. Seit Januar 2011 hat die Einrichtung einen Online-Zugang.
Im Jahr 1490 erneuerten Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder Herzog Johann das Zwickauer Münzmandat. Der Rat erhielt 1505 vom Kloster Eisenberg das Kirchenpatronat, die Schirmherrschaft über die Kirchen der Stadt. Zwickau hatte das Brauprivileg und die brauberechtigten Bürger legten seit 1511 Bergkeller zur Bieraufbewahrung an.
In Zwickau wurden von 1424 bis 1629 Hexenverfolgungen durchgeführt: 14 Personen gerieten in Hexenprozesse, drei wurden hingerichtet.
1516 verweigerten die Bürger dem neuen Rat die Huldigung. 1519 gründete Georgius Agricola (1494–1555) die griechische Schule, die er ein Jahr später mit der Lateinschule vereinigte. Von 1519 bis 1523 war er Rektor der damals bekannten Zwickauer Ratsschule.
Von Oktober 1520 bis April 1521 predigte Thomas Müntzer in Zwickau, er kam auf Empfehlung von Martin Luther hierher. Luther widmete seinem Freund, dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort, 1520 seine Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen. Thomas Müntzer schloss sich den „Zwickauer Propheten“ an, die von Luther später als „Schwärmer“ bekämpft wurden. Zwickauer Bürger stürmten im März 1522 den Grünhainer Klosterhof, um gefangene Bauern zu befreien. Es kam zu Bilderstürmungen.
Im April 1522 kam Martin Luther auf Bitten des Rates nach Zwickau und hielt einige Predigten. Hier entkam er einem Mordanschlag, indem er Zuflucht in einem Gasthaus fand. Dort äußerte er den Spruch: „Das ist mein Paradies“. Der Gasthof trug fortan den Namen „Zum Paradies“.
Die angrenzende Muldenbrücke wird daher auch „Paradiesbrücke“ genannt. Auch heute trägt die an der Stelle um 1900 neu erbaute Stahlnietbrücke diesen Namen. Das alte Gasthaus jedoch wurde im Zuge einer sogenannten „sozialistischen Stadtumgestaltung“ abgerissen.
Das Alte Zwickauer Wappen vom 1605 erschienen Siebmacher Wappenbuch Blatt 221
Der Pfarrer Nikolaus Hausmann bekannte sich 1523 als erster in Zwickau zur lutherischen Reformation. Die Franziskaner wurden aus der Stadt gewiesen. Der Augsburger Hans Schönsberger errichtete 1523 in der Stadt die erste Druckerei. Spätestens unter seinem Nachfolger Gabriel Kantz wurde Zwickau zu einem wichtigen Zentrum reformatorischer Publikationen. Zwickau wurde dadurch auch als „die feste Burg der Reformation“ bezeichnet. 1525 kam es in der Zwickauer Umgebung zu Bauernaufständen. Pfarrer Hausmann erwirkte die Begnadigung von 80 Aufständischen bei Kurfürst Johann.
Zwickau war im Kurfürstentum das Zentrum der Tuchmacher. „Zwicksches Tuch“ war über die Grenzen Sachsens hinaus ein Begriff. Die Tuchmacher begannen 1522 mit dem Bau des Gewandhauses am Hauptmarkt; drei Jahre später wurde es fertiggestellt. Nachdem man 1530 die Oberhohndorfer Steinkohlenvorkommen entdeckt hatte, begann in größerem Ausmaß als zuvor der Steinkohlenabbau.
Um 1540 lebten in Zwickau etwa 10.000 Einwohner. 230 von ihnen waren Tuchmachermeister.
Meinungsverschiedenheiten zwischen dem ernestinischen Kurfürsten Johann dem Beständigen und dem albertinischen Herzog Georg dem Bärtigen führten vorübergehend zwischen 1530 und 1533 zur Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Zwickauer Münze. Nach der Wiederherstellung der Münzgemeinschaft vereinigten die Wettiner die Zwickauer Münze 1534 mit der Schneeberger Münze.
Ausgehend vom Sächsischen Bruderkrieg über den Altenburger Prinzenraub kam es zur Leipziger Teilung von 1485. Danach gehörte Zwickau weiter zum Kurfürstentum (ernestinisches Sachsen/Thüringen) von Kurfürst Johann Friedrich I. Im Schmalkaldischen Krieg wurde die Stadt im Januar 1547 durch die Truppen des Albertiner Herzogs Moritz besetzt, geplündert, abgebrannt und die Bewohner vertrieben. Obwohl Moritz wie sein ernestinischer Vetter Protestant war, unterstützte er das Heer des katholischen Kaisers Karl V. Für den Fall des Sieges der kaiserlichen Truppen rechnete Herzog Moritz auf die Verleihung der Kurfürstenwürde. Der Schmalkaldische Krieg endete mit der Wittenberger Kapitulation. Danach bekam das albertinische Sachsen auf dem Reichstag zu Augsburg 1548 vom Kaiser die Kurfürstenwürde übertragen. Gleichzeitig wurde verfügt, dass die Stadt Zwickau aus dem ernestinischen Sachsen gelöst und dem nunmehr kurfürstlich-albertinischen Sachsen (Dresden/Meißen) angegliedert wird. Zwickau ist dadurch die einzige große Stadt Sachsens, die bis 1806, als Kaiser Franz II. das Heilige Römische Reich auflöste, ununterbrochen dem Kurfürstentum angehörte.
Von Luthers Freund und Weggefährten Melanchthon, einem der großen Humanisten der Neuzeit, ist folgendes Zwickau-Zitat überliefert:
„Eine Perle in diesen Landen ist Zwickau von jeher gewesen, weil es über Zucht und Sitte mit größerer Strenge wacht als die meisten anderen Städte, und weil es fruchtbar ist an vielen Talenten und viele Bürger gehabt hat und noch hat, die durch ihre Bildung hervorragen, dass sie ganz Deutschland zur Zier gereichen. In Kunst und Wissenschaft übertrifft Zwickau alle Städte dieser Lande.“ – Philipp Melanchthon, 1548
Zwickau hatte bis zur Gründung des Königreiches Sachsen 1807 das Privileg, sich „churfürstliche Stadt“ zu nennen. Die sieben rot-weißen Fähnchen auf dem Kurhut des Stadtwappens repräsentieren die sieben Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches. Obgleich im August 1573 die Stadt von einem schweren Hochwasser heimgesucht wurde, fand zum Ende des Monats das Große Fürstenschießen statt, an dem neben dem sächsischen Kurfürsten zahlreiche hohe Gäste aus fast allen Teilen des Reiches teilnahmen.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde Zwickau neun Mal belagert. Wallenstein, General der Kaiserlichen Truppen, verlangte von der Stadt Kontributionen in Form von Naturalien und Geld. Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 musste Zwickau an die Schweden ein Friedensgeld von 2063 Talern zahlen. Die Kriegsbelastungen betrugen insgesamt 321.141 Taler.
Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) war Zwickau wechselnden Besetzungen durch Preußen, Österreicher und die Reichsarmee ausgesetzt. Die Bürger hatten unter Einquartierungen und hohen Kontributionen zu leiden. Allein an Preußen hatte Zwickau noch bis ins 19. Jahrhundert 557.664 Taler zu zahlen.
Am 16. Mai 1812 nahm Kaiser Napoleon mit seiner Gemahlin Marie Louise in Zwickau Quartier. Der Kaiser wurde von den Zwickauern mit Glockengeläut, einer Schützenparade und spalierstehenden Bürgern empfangen.
Aus dem Bevölkerungswachstum des späten 19. Jahrhunderts in der Bahnhofsvorstadt resultierte der Bau der Lutherkirche (1902–1906)
Vom 26. Februar bis zum 2. März 1830 kam es durch den seit Jahrhunderten schlimmsten Eisgang auf der Zwickauer Mulde zu einem verheerenden Hochwasser.
Am 11. Oktober 1921 gründete der Schlosser Fritz Tittmann in Zwickau die erste NSDAP-Ortsgruppe außerhalb Bayerns. Im Dritten Reich wurde die Zwickauer Ehrenbürgerschaft auch an hochrangige nationalsozialistische Politiker verliehen.
Im Schloss Osterstein wurde von 1933 bis 1934 vorübergehend ein Konzentrationslager eingerichtet. Hier waren bis zu 750 Menschen inhaftiert, hauptsächlich sozialdemokratische und kommunistische Regimekritiker. Der erste Sekretär der KPD-Unterbezirksleitung, Martin Hoop, wurde in der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1933 hier ermordet. In den drei Werken der Auto Union (Horch-Stammwerk, Werk Dorotheenstraße und Werk Audi) wurde zur Produktion von Militärfahrzeugen für etwa 3000 Zwangsarbeiter ein Außenlager des KZ Flossenbürg errichtet. Unter ihnen befanden sich neben KZ-Häftlingen auch Kriegsgefangene. Zwickau gedenkt dieser Opfer mit Gedenkstätten oder Ausstellungen.
Bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde Zwickau, im Gegensatz zu anderen sächsischen Großstädten wie Leipzig und Dresden, nicht durch Flächenbombardierungen schwer zerstört. Nach gezielten Angriffen auf Rüstungsbetriebe und Verkehrseinrichtungen, wie zum Beispiel das Flugzeugreparaturwerk Gustav Basser KG auf dem Flugplatz Zwickau an der Reichenbacher Straße (12. Mai 1944) und das Reichsbahn-Ausbesserungswerk sowie die Auto-Union-Werke Horch und Audi (7. Oktober 1944), war die Innenstadt nur am 19. März 1945 direktes Ziel. Durch die Explosion einer Luftmine wurden die Südseite der Marienkirche („Zwickauer Dom“) und umliegende Wohnhäuser beschädigt. Nach dem Krieg wurden im Stadtzentrum erheblich beschädigte historische Gebäude abgetragen. Insgesamt wurde Zwickau zu 5 % zerstört.
Der Luftschutzpolizist Arno Rau bewahrte Zwickau vor der geplanten Totalzerstörung, indem er in den Abendstunden des 17. April 1945 auf dem Turm der Marienkirche die weiße Flagge hisste und das Läuten der Kirchenglocken veranlasste. Daraufhin drehten die Flugzeuge ab und Verbände der US-Armee drangen kampflos bis an die Zwickauer Mulde vor.
Der am westlichen Muldenufer liegende Stadtkern wurde am 17. April 1945 von der 3. US-Armee besetzt. Die streng bewachte Demarkationslinie zwischen dem Besatzungsgebiet der Roten Armee und der US-Armee verlief entlang der Zwickauer Mulde. Es war verboten, die Mulde zu überqueren. Hier wurde scharf geschossen. Um vom Ost- in den Westteil der Stadt zu gelangen, nutzten findige Bürger die Untertage-Wege der Steinkohlenschächte. Nach den Vereinbarungen der Konferenz von Jalta wurde der ganze Bezirk Zwickau schließlich der Sowjetischen Besatzungszone angeschlossen. Die 3. US-Armee zog ihre Streitkräfte von Westsachsen nach Bayern zurück und ab 1. Juli 1945 wurde Zwickau von der Roten Armee besetzt.
Im Rahmen des im Westerzgebirge 1946 anlaufenden Uranbergbaus der SAG Wismut für die sowjetische Kernwaffenentwicklung wurde Zwickau ein wichtiges Verarbeitungs- und Versorgungszentrum für diesen Industriezweig.
Am 25. Juli 1952 gliederte man die Stadt im Rahmen der Kreisreformen in der DDR dem Bezirk Karl-Marx-Stadt (bis zum 9. Mai 1953 und ab dem 1. Juni 1990: Bezirk Chemnitz) zu. Der damalige Landkreis Zwickau wurde aufgelöst und auf die Kreise Auerbach, Reichenbach, Schmölln, Stollberg, Werdau und Zwickau-Land (Hauptteil) aufgeteilt.
1960 wurde Zwickau von einem schweren Grubenunglück betroffen. Im Steinkohlenwerk „Karl Marx“ kam es zu einer Explosion, durch die 123 Kumpel ums Leben kamen. 1978 wurde letztmals Steinkohle gefördert.
Auf dem Windberg bei Zwickau wurde das Zentrale Pionier-Ferienlager „Karl Liebknecht“ als Zeltstadt errichtet und betrieben.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 gehört Zwickau wieder zum Land Sachsen.
Als am 1. August 1994 in Sachsen das Kreisreformgesetz in Kraft trat, wurden die beiden bisherigen Landkreise Werdau und Zwickau zum Landkreis Zwickauer Land vereinigt. Kreissitz wurde Werdau. Die Stadt Zwickau behielt noch ihren Status als kreisfreie Stadt.
Erst im Rahmen der per 1. August 2008 erfolgten Sächsischen Kreisreform wurde der Stadt die Kreisfreiheit entzogen. Zwickau erhielt den Rang einer Großen Kreisstadt und wurde der Verwaltungssitz des nun wesentlich vergrößerten neugegründeten Landkreises Zwickau, der aus der kreisfreien Stadt Zwickau und den ehemaligen Landkreisen Chemnitzer Land und Zwickauer Land gebildet wurde.

Geographische Breite: 50.7102169, Geographische Länge: 12.473372499999982


Geburt

Treffer 1 bis 19 von 19

   Nachname, Taufnamen    Geburt    Personen-Kennung 
1 Gerstenberger, Anna Christina  18 Mrz 1768Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187530
2 Gerstenberger, Carl Gotthilf  18 Apr 1794Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187537
3 Gerstenberger, Christiana Friedericke  12 Mrz 1790Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187535
4 Gerstenberger, Friedrich August  28 Apr 1798Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187538
5 Gerstenberger, Johann Friedrich I.  8 Jan 1753Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187515
6 Gerstenberger, Johann Friedrich II.  21 Aug 1778Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I179082
7 Gerstenberger, Johann Gotthilf  5 Nov 1759Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187527
8 Gerstenberger, Johann Gottlieb  24 Sep 1748Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187524
9 Gerstenberger, Johann Gottlieb  24 Sep 1792Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187536
10 Gerstenberger, Johann Gottlob  18 Aug 1782Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187532
11 Gerstenberger, Johanna Christina  12 Nov 1756Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187526
12 Gerstenberger, Johanna Christina  9 Feb 1781Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187531
13 Gerstenberger, Johanna Friedericke  16 Aug 1765Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187529
14 Gerstenberger, Johanna Regina  17 Jun 1762Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187528
15 Gerstenberger, Johanna Rosina  17 Jan 1750Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187525
16 Gerstenberger, Johanna Sophia  3 Jul 1785Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187533
17 Gerstenberger, Karl Gottlob  26 Feb 1787Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187534
18 Gerstenberger, Maria Christina  16 Mai 1747Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187523
19 Heuchler, Johanna Christina  22 Jan 1757Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187516

Getauft

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Getauft    Personen-Kennung 
1 Neidhard, Anna Christina  7 Nov 1723Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187520

Gestorben

Treffer 1 bis 7 von 7

   Nachname, Taufnamen    Gestorben    Personen-Kennung 
1 Gerstenberger, Carl Gotthilf  24 Sep 1795Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187537
2 Gerstenberger, Christiana Friedericke  17 Sep 1798Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187535
3 Gerstenberger, Friedrich August  22 Okt 1798Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187538
4 Gerstenberger, Johanna Sophia  27 Feb 1786Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187533
5 Maier, Lilli  2011Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I189243
6 Meske, Robert  3 Okt 1940Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I143397
7 Schuhmacher, Nathanael  1940Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I123195

Beruf

Treffer 1 bis 1 von 1

   Nachname, Taufnamen    Beruf    Personen-Kennung 
1 Gerstenberger, Johann Friedrich I.  Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland I187515

Verheiratet

Treffer 1 bis 1 von 1

   Familie    Verheiratet    Familien-Kennung 
1 Gerstenberger / Heuchler  3 Mai 1778Zwickau, Kreis Zwickau, Sachsen, Deutschland F62725